Der Radfahrerverein Pürten tritt heuer kräftig in die Pedale – und das gleich mehrere Tage lang. Vom 3. bis 8. Juni feiert der Verein sein 125-jähriges Bestehen mit einem Gründungsfest, das den kleinen Waldkraiburger Stadtteil ins Rampenlicht rückt.
Discoparty „Dreh am Rad…
Wer bremst, verliert!“
Los geht’s sportlich-feierlich und bewusst mit Tempo: Die Discoparty „Dreh am Rad…Wer bremst verliert!“ eröffnet am Mittwoch das Fest. Es folgen Kabarett mit dem „Vierer Pack“, ein „Bayerischer Abend“ mit den „Greadoia“ und schließlich der große Höhepunkt am Sonntag: Festgottesdienst, Mittagstisch und ab 14 Uhr der farbenprächtige Festzug mit Blumenkorso und historischen Fahrrädern.
Farbenfroher
Radel-Korso
„Dieser ist die Krönung des Festes“, sagt Vorsitzender Florian Lehner. „Wenn von zwölf Vereinen einige hundert Radler mit ihren geschmückten Korsowägen oder alten Rädern unterwegs sind und die hoffentlich vielen Zuschauer begeistern.“
Dass in Pürten nicht nur geradelt, sondern vor allem zusammen gefeiert wird, gehört seit jeher dazu. Der Verein ist weniger klassischer Sportclub als vielmehr gelebte Dorfgemeinschaft – mit Ausflügen, Festen und einer großen Portion Leidenschaft für historische Räder. Besonders die Hochräder ziehen immer wieder alle Blicke auf sich.
Große Portion Leidenschaft
für historische Räder
Einer, der das nur bestätigen kann, ist Peppi Manstetter. Seine erste Fahrt beim Jubiläum 2001 hat er bis heute nicht vergessen: „Das war ein besonderes Erlebnis.“ Damals noch auf einem eigens gebauten Kinder-Hochrad unterwegs, ist er längst bei den großen Maschinen angekommen. „Mit dem linken Fuß aufs Pedal und das rechte Bein mit Schwung übers Hochrad – möglichst ohne Wackeln beim Aufsteigen – dann kann es losgehen.“ Ganz ungefährlich ist das nicht: „Da ist es ratsam, dass man nicht mit der Vorderradbremse durchzieht, sonst überschlägt man sich.“ Dass ihm genau das schon passiert ist, erzählt er mit einem Schmunzeln: „Als ich am Boden gelegen bin, habe ich erst geschaut, ob es das Hochrad gut überstanden hat. Den Zustand der Hose habe ich erst später inspiziert.“
Auch Stefan Lehner kennt die Tücken der historischen Gefährte: „Ich wurde 2008 sozusagen ins ‚kalte Wasser geschmissen‘.“ Ohne Training sprang er bei einem Umzug ein – mit Folgen: „Das brachte mir drei Stürze und eine zerrissene Hose – aber zum Glück habe ich mich nicht verletzt.“ Trotzdem ist die Faszination geblieben: „Wenn es schön dahin läuft, ist es schon was Besonderes.“
Gut geplantes
Festprogramm
Hinter dem Fest steckt enorme Organisation, heute mehr denn je. Ehrenvorstand Albert Lehner erinnert sich an frühere Zeiten: „Sag, was du brauchst und hol dir das bei den Stadtwerken“, habe es 1991 noch geheißen. Heute sind Auflagen und Planung deutlich umfangreicher. Gleichzeitig erleichtert die Digitalisierung vieles, etwa bei Werbung und Abstimmung.
Dass das Großereignis, das 1991 unglaubliche 10.000 Zuschauer anzog, auch heuer gelingt, liegt am starken Zusammenhalt vor Ort. „Es ist schon eine besondere Herausforderung, so ein großes Fest zu organisieren“, sagt Florian Lehner. „Aber hier zeigt sich, wie gut Pürten und Trasen zusammenhält und alles mithilft.“ Auch das Organisationsteam denkt weiter: „Uns ist bei diesem Fest auch die Inklusion sehr wichtig. Es soll jeder mitfeiern können“, betont Florian Zacherl.
Ein Fest für die
Geschichtsbücher
Sein Bruder Thomas ergänzt: „Es wird das größte Fest, das es in Pürten jemals gegeben hat. Dieses Jubiläum soll in den Köpfen und Geschichtsbüchern hängen bleiben.“ Und genau danach sieht es aus: Fünf Tage, ein ganzes Dorf – und unzählige Räder, die zeigen, dass Tradition auch 125 Jahre später noch richtig Fahrt aufnehmen kann. bac