Selbstpflücken: Ein Treffpunkt für die Region
Wenn im Juni die Erdbeersaison beginnt und sich die Ernte über Himbeeren, Kirschen und Zwetschgen bis hin zu den Äpfeln im Spätsommer zieht, verwandeln sich die Plantagen in einen Treffpunkt für die Menschen aus der Umgebung. Das Selbstpflücken ist für viele Familien ein festes Ritual. Für Ludwig Poller sind es genau diese Momente, die den Kern seiner Arbeit ausmachen: „Die schönsten Erinnerungen sind, wenn die Kinder das Gesicht über und über verschmiert haben mit Erdbeeren, dann weiß man, dass diese geschmeckt haben.“
Auch das gehört zur Philosophie: „Wir wollen Früchte, die man ohne Bedenken greifen und direkt essen kann, nicht nur verkaufen“, betont Ludwig.
Es braucht verlässliche
Rahmenbedingungen
Doch der Alltag eines solchen Familienbetriebs bringt auch wirtschaftliche Realitäten mit sich. Der globale Wettbewerb, steigende Lohnkosten und der bürokratische Aufwand fordern den Hof heraus. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wünscht sich Poller auch verlässliche Rahmenbedingungen von Politik und Kommunen – sei es bei der Infrastruktur oder der Wassernutzung.
Die Identität des Hofes soll trotz des nötigen Wachstums und des Einsatzes von Angestellten auch in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten spürbar bleiben. Der persönliche Kontakt im Verkauf soll Familiensache bleiben. Oder wie Ludwig Poller es mit Blick auf die vergangenen fünf Jahrzehnte zusammenfasst: „Der Betrieb ist langsam und gesund gewachsen und das soll so weitergehen für die nächste Generation.“
Aktuelle Jubiläumsangebote und Infos
Aktuell sind die regulären Öffnungszeiten des Erdbeerfelds: samstags von 8 bis 20 Uhr sowie sonntags bis freitags von 13 bis 20 Uhr. Weitere Informationen zu Erntezeiten und Verkaufsstellen wie dem Mühldorfer Bauernmarkt finden sich auf der Website pollers-fruechtegarten.de, wo auch der Erntekalender zum Download bereitsteht. Das anstehende Jubiläum im Juni wird auf dem Hof mit einer besonderen Aktion gefeiert.
Preise wie vor
50 Jahren
Am Wochenende des 6. und 7. Juni lädt Familie Poller zu einem Jubiläumsverkauf nach Eichheim in Ampfing ein, bei dem sich nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Preise wie vor 50 Jahren anfühlen sollen: Die Schale Erdbeeren (500 Gramm) wird an diesen Tagen für 90 Pfennig angeboten. Und wer noch alte D-Mark Bestände zu Hause hat, kann eine Besonderheit nutzen: Auf dem Früchtehof darf an diesem Wochenende auch noch ganz offiziell mit der D-Mark bezahlt werden – umgerechnet zu einem festen Kurs von 1:2 zum Euro. Für Ludwig Poller ist dies mehr als eine Rabattaktion; es ist ein dankbares Augenzwinkern in Richtung der Region und eine Einladung, gemeinsam auf ein halbes Jahrhundert gelebte Landwirtschaft anzustoßen.