Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab

von Redaktion

Neben den sozialen Folgen fehlt es auch der Wirtschaft immer mehr an Fachkräften

Viele Jobs und ein reiches Freizeitangebot, aber Mieten, die das Leben schwer machen: Die hohen Wohnkosten in deutschen Großstädten schrecken laut einer Studie viele Berufstätige ab und sind eine Hürde für Unternehmen im Ringen um Fachkräfte. Viele Menschen sehen teures Wohnen laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC als zentralen Nachteil für das Leben in Ballungsräumen. 

„Die Höhe der Mieten und die Schwierigkeit, in Ballungsgebieten eine bezahlbare Wohnung zu finden, bleiben ein riesiger Frustfaktor bei den Berufstätigen“, sagte Bernd Roese, PwC-Standortleiter in Frankfurt. Die Umfrage werde seit drei Jahren durchgeführt, das Problem habe sich verfestigt. Für die Studie wurden 4.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf deutschen Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern befragt. Das Ergebnis: Die große Mehrheit der Menschen findet das Großstadtleben angenehm – etwa die Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Bildungsangebote, Jobchancen und die kurzen Arbeitswege. Rund neun von zehn Befragten (89 Prozent) fühlen sich an ihrem Wohnort wohl. Doch zugleich sind je zwei Drittel mit den Mieten, den Kosten für Wohneigentum und dem knappen Wohnungsangebot unzufrieden. 87 Prozent meinen, dass es in Großstädten „reine Glückssache“ ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Manche Beschäftigte ziehen wegen der hohen Wohnkosten Konsequenzen. 37 Prozent haben laut Umfrage schon einmal über einen Jobwechsel wegen hoher Mieten nachgedacht. Tatsächlich umgezogen sind deswegen zehn Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist es sogar fast jeder Fünfte. Acht von zehn Erwerbstätigen sehen ein Problem darin, mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Im Ringen um bezahlbaren Wohnraum sehen die Befragten vor allem die Politik in der Pflicht. 88 Prozent befürworten einen öffentlichen Wohnungsbau mit Fokus auf niedrige und mittlere Einkommen und 85 Prozent die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum. DPA

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