Riskante Immobilienkredite

von Redaktion

Darlehensvolumen übersteigt mittlerweile in vielen Fällen den tatsächlichen Wert

Der Wohnimmobilienmarkt boomt – trotz oder gerade wegen geopolitischer Unruhen. Denn in unruhigen Zeiten flüchten viele Anleger in das scheinbar sichere „Betongold“ – das auf-grund eines verknappten Angebots hierzulande bei hoher Nachfrage immer noch eine meist rentable Rendite abwirft. Aber auch hier kann allzu große Investitionseuphorie negative Konsequenzen nach sich ziehen. So warnt aktuell die Finanzaufsicht Bafin vor den Folgen riskanter Immobilienkredite für Verbraucher und Banken. Der Anteil von gering besicherten Krediten für Wohnimmobilien im Neugeschäft von Geldhäusern sei vergleichsweise hoch, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson, in Frankfurt.

Im vierten Quartal 2025 habe bei jedem siebten Neukredit das Darlehensvolumen den Wert der finanzierten Wohnimmobilie überstiegen. „Das sehen wir kritisch“, erklärte Branson. Denn diese Kredite hätten ein erhöhtes Verlustpotenzial für Banken und könnten für Ver-braucher problematisch sein, etwa wenn sie wegen Krankheit oder Jobverlust ihre Rate nicht mehr bedienen könnten.

Preise und Zinsen
steigen an

Mit Inflationsängsten wegen des Iran-Kriegs sind die Kreditzinsen gestiegen, zugleich ziehen die Immobilienpreise an. Im März hatte das Geschäft mit Baufinanzierungen von Banken kräftig zugelegt, da viele Verbraucher sich schnell noch akzeptable Konditionen sichern wollten. Generell vergrößerten die Unsicherheit der Weltpolitik und der Druck auf die Kon-junktur die Risiken in der Finanzbranche, schrieb die Bafin. „Sie haben zudem spürbare Auswirkungen auf die breite Bevölkerung in Deutschland: Steigende Preise und verteuerte Kredite machen sich in den Geldbörsen der Menschen bemerkbar.“ Ck/Dpa

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