Verbrenner statt Stromer

von Redaktion

Erste Eindrücke vom Fiat 500 mit Dreizylinder-Hybridmotor

Fiat legt bei der Elektrifizierung den Rückwärtsgang ein. Den 500 gibt es als sehr milden Hybrid wieder mit Verbrennungsmotor. Ein Auto, das alte Erinnerungen weckt. Etwa an die sechs Gänge und einen Schaltknüppel. Beim Start hört man einen kernig klingenden Dreizylinder. Urig. Losfahren: Da will ein Motor gedreht werden, er hat nur 65 PS.

Fährt man schon etwas länger Auto, fühlt man sich auf Anhieb wohl im Fiat 500, den es wider Erwarten nun doch wieder als Verbrenner gibt. Reichlich Platz auf den vorderen Plätzen (die Rücksitze und auch den Kofferraum vergessen wir besser). Alle Bedienelemente in Griffweite.

Nur das mit dem Hybrid ist so eine Sache. 12 Volt sind schon sehr mild. Immerhin hält das den WLTP-Verbrauch des knapp 1100 Kilogramm leichten Autos bei etwas über fünf Litern. Ein Beitrag zum Vortrieb durch den Hilfsmotor war aber nicht spürbar.

Apropos Volt: Auf unserer Testroute ließen wir das Auto vom Comer See aus die 500 Höhenmeter über enge Serpentinen zum Alessandro-Volta- Leuchtturm hochklettern. Der war 1927 zum Andenken an den Elektro-Pionier errichtet worden.

Auf der sehr schmalen Straße bergauf kam es zum Già visto oder Déjà-vu: Das Auto erinnert sehr an seine Urahnen. Ältere werden sich erinnern: Geübte Automobilisti, die keine Drehzahlen scheuten, hängten in den 1960er-Jahren in ihren Nuovi 500 auf solch engen Straßen auch weit stärkere Mittelklasse- Autos locker ab. Und das mit noch einem Zylinder weniger, dem halben Hubraum und einem Viertel der Leistung des Urenkels – aber eben auch mit dem halben Gewicht.

Uns ist das Davonfahren im Neuen noch nicht gelungen. Aber das Gefühl für das Auto stellte sich augenblicklich ein. Für solche Strecken war die Massen-Automobilisierung im Italien der Vor-Autostrada-Ära schließlich einmal gedacht. Und bei knapp 1,90 Metern Breite (samt Spiegeln) verlieren selbst entgegenkommende dilettantisch gefahrene SUVs einen Teil ihres Schreckens. So macht Fahren auch mit moderaten Pferdestärken Spaß.

Nun waren wir in einem der besser ausgestatteten 500er unterwegs. La Prima steht mit 24.990 Euro in der Preisliste. Darunter rangieren Icon (und zum Start Torino) für 21.990 Euro. Die minimalistische Basis-Version Pop, unter anderem mit Handy-Halterung statt Zentraldisplay, ist für 19.990 Euro zu haben. MARTIN PREM

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