Der Einstiegs-Elektriker

von Redaktion

Kleinwagen mit sportlichen Ambitionen: Eindrücke vom Cupra Raval

Mit dem Cupra Raval bringt die spanische Tochter des VW-Konzerns einen elektrischen Kleinwagen auf den Markt. Ein Segment, aus dem sich die Premium- Konzernschwester Audi eben erst zurückgezogen hat. Hier erste Fahreindrücke vom Einstiegs-Elektriker.

Raval ist eine ehemalige Arbeiter-Vorstadt von Barcelona, die sich ähnlich wie Haidhausen in München oder Kreuzberg in Berlin zum urbanen In- Viertel gemausert hat. Jung, unangepasst, kreativ und ein wenig rebellisch. Das trifft den Charakter, den das Auto auf ersten Ausfahrten zeigte.

Unsere Tour begann unspektakulär im dichten Verkehr, ging raus aus der Großstadt, hier übernahm zuverlässig der Travel Assist einen Großteil der Arbeit. Er navigierte ziemlich souverän durch die in Barcelona schwer vermeidbaren Staus. Auch im One-Pedal-Modus ließ sich das Auto spielend durch die Stadt dirigieren.

Außerhalb hat man dann die Wahl. Wobei der voreingestellte Komfort-Modus meist nicht das ist, wofür man sich als Fahrer entscheiden würde. Range (andere nennen es Eco) steht für optimale Reichweite (bis zu 440 Kilometer). Das dürfte sich lohnen, wenn man verreisen will, wofür sich das Auto trotz seiner Größe durchaus eignet. Innen- und Kofferraum sind fürs B-Segment erstaunlich geräumig.

Auf kurvigen Landstraßen empfiehlt sich eine der sportlicheren Einstellungen. Das vermindert die Reichweite, erhöht aber den Fahrspaß erheblich. Das gilt besonders für „Cupra“ (Knopf rechts unten im Lenkrad drücken). Das Auto fühlt sich dann an wie eine Wildkatze vor dem Absprung. Ein hörbares, aber kaum aufdringliches Röhren untermalt nun die Lastwechselreaktionen.

Die Einstiegsversion Raval mit 116 PS ab 25.950 Euro und der stärkere Raval Plus (beide mit 37 kWh) kommen im Sommer. Bereits bestellbar sind mit 211 PS und 52 kWh mit reichlicher, aber unterschiedlicher Ausstattung Dynamic (ab 34.250 Euro) und Dynamic Plus (ab 38.605 Euro). Oder das sportliche Topmodell VZ Extreme mit 226 PS und unter anderem mit elektronisch geregeltem Sperrdifferential (ab 46.525 Euro).

Das Auto hat auch merkwürdige Nebenwirkungen. Nach den Ausfahrten mit dem Raval ertappe ich mich bei nicht ganz altersgerechten Überlegungen: Soll ich das nächste Auto lieber ein, zwei Nummern kleiner wählen – und dafür gar nicht bei Leistung und Ausstattung knausern? MARTIN PREM

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