Was, wenn Urlaub plötzlich stresst?

von Redaktion

Die nächste Reise steht bevor. Doch manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir gar keine Vorfreude empfinden? Dafür gibt es meist einen Grund. Ein Psychologe verrät, wie man ihn aufspürt und was dann zu tun ist.

Das schicke Hotel, das das Highlight des Jahres werden sollte. Der Urlaub, auf den man wochenlang hingefiebert hat. Doch sind die Koffer ausgepackt, kann man die Reise einfach nicht genießen.

Wie kann das sein? Laut Michaela Wegener von der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie ist das gar nicht so ungewöhnlich.

Sie ermutigt, ungute Gefühle in so einer Situation als Informationsquelle zu betrachten. Irgendetwas wollen sie einem sagen: „Wenn ich verstanden habe, was, wird das Gefühl sich verändern. Wahrscheinlich geht es sogar weg.“

Was steckt dahinter?

Vielleicht ist da Stress, weil man sich unbewusst unter Druck setzt, genau diese eine Woche besonders zu genießen oder für andere unvergesslich zu gestalten. „Ich übernehme so sehr Verantwortung dafür, dass es schön wird, dass ich es genau deswegen selbst nicht mehr genießen kann“, so Wegener.

Zum anderen können äußere Faktoren, die uns herausfordern, das Schöne überlagern. Hat die Reise mein Budget zu sehr belastet? Oder kann der Urlaub nicht erholsam sein, weil ich Kleinkinder dabeihabe? Die Psychologin: „Dann sind da zwei Gefühle gleichzeitig.“

Ausnahme: In manchen Fällen steckt hinter dem Phänomen, Schönes nicht genießen zu können, eine sogenannte Anhedonie – ein Symptom von Depressionen und Psychosen. Das sollte man ärztlich abklären lassen.

Eine simple Lösung

Doch meist ist alles recht harmlos und die Lösung relativ simpel: „Manchmal hilft es tatsächlich, eine Runde weinen zu gehen“, sagt Wegener. Denn: In dem Moment, wo wir wahrnehmen und anerkennen, wie wir uns wirklich fühlen, passiert schon ganz viel. Dann kehrt ein Stück Ruhe ein.

Selbstreflexion ist das A und O: Wenn ich verstehe, woher das ungute Gefühl kommt, das sich über die Freude gelegt hat, kann ich schauen: Wie lässt sich innerer Stress reduzieren? Und wie kann ich realistische Erwartungen entwickeln? „Wenn ich zum Beispiel mit kleinen Kindern in den Urlaub fahre und erwarte, mich zu entspannen, muss ich das verdammt gut planen und bestimmt auch Abstriche machen“, weiß Wegener. Fazit: Wer unguten Gefühlen Raum lässt, macht Platz für Freude. dpa

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