von Redaktion

Aus Dankbarkeit für die Rettung des übrigen Hofes legte die Familie damals ein Gelübde ab. Noch heute erinnert eine Votivtafel in Altötting daran. Auch die jährliche Fußwallfahrt der Aschauer zum Kapellplatz wird weiterhin gepflegt.

Offen für
Veränderungen

Schon 2001 bewies die Familie, dass sie offen für Veränderungen ist. Lange bevor Öko- Produkte zum Massenmarkt wurden, stellte der Betrieb konsequent auf Bio um. Für Georg Ametsbichler war das keine Modeerscheinung, sondern eher eine Rückkehr zu früheren Prinzipien.

„In seiner Zeit war der Brauer Rannetsperger ja auch schon Bio-Brauer, weil die Kunstdünger-Gesetze erst hundert Jahre später kamen.“ Er verweist dabei auf den Gründer Georg Rannetsperger. Dieser wollte gemeinsam mit seiner Frau Barbara im Jahr 1876 auf dem geschichtsträchtigen Aschauer Hof – der bereits 1411 erstmals urkundlich erwähnt wurde – eigentlich nur ein Wirtshaus eröffnen.

Brauer in
fünfter Generation

Die damalige Schankerlaubnis schrieb jedoch streng vor, dass nur selbst gebrautes Bier ausgeschenkt werden durfte. Also besann sich Georg auf seinen erlernten Beruf als Bierbrauer, gründete die gewerbliche Brauerei und legte den Grundstein für die handwerkliche Tradition, die nun in der fünften Generation fortlebt.

Heute fließt das Bier unfiltriert und naturnah in die Gläser, das Wasser stammt aus dem eigenen Brunnen. Nach seinem persönlichen Favoriten gefragt, nennt Georg Ametsbichler ohne Zögern das Aschauer Dunkle. Er beschreibt es als „bodenständig, erdig und gemütlich“.

Die Brauerei versteht sich nicht nur als Produktionsstätte, sondern vor allem als Treffpunkt für die Menschen im Ort.

Ein Treffpunkt
für alle

Das zeigt sich besonders an der Idee des „Mischtisches“. Während klassische Stammtische oft exklusiv wirken, soll hier jeder willkommen sein. Auf den Tischen signalisiert das ein kleiner Aufsteller. „Das Bier ist das verbindende Element“, erklärt Georg Ametsbichler. „Man setzt sich zusammen, ratscht, diskutiert – am Ende tauscht man Adressen aus.“

„24-7 Hofladen“
in Planung

Diese Idee der Begegnung soll künftig noch weiter ausgebaut werden. Unter dem Arbeitstitel „24-7 Hofladen“ plant die Familie einen modernen Selbstbedienungsladen auf dem Gelände. Mit einem Schwerpunkt auf Bio-Produkte und regionalen Partnern wie Tagwerk soll ein zusätzlicher Treffpunkt für die Aschauer entstehen und gleichzeitig die Nahversorgung stärken.

Wenn am 21. Juni das große Jubiläumsfest gefeiert wird, steht nicht nur die Brauerei im Mittelpunkt. Auch die örtlichen Vereine – von den Trachtlern bis zur Feuerwehr – beteiligen sich mit eigenen Ständen. „Ein Dorf lebt nicht von Gebäuden, sondern von Begegnungen“, heißt es im Hause Ametsbichler. Beim Feldgottesdienst und den anschließenden Festreden wird es deshalb weniger um Zahlen und Bilanzen gehen als um die Menschen, die sich dem Haus verbunden fühlen.

Und vielleicht wird man dabei auch am alten Kachelofen, der einst fast einem Pizzaofen weichen musste, auf die nächsten 150 Jahre anstoßen. Mit einem Dunklen natürlich – „bodenständig, erdig und gemütlich“. Brigitta Erdödy

Das Jubiläumswochenende

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