von Redaktion

Fortsetzung
Dass dieses Stück in Flintsbach gut aufgehoben ist, hat auch mit dem Theater selbst zu tun. Der Stadl bietet Nähe, Atmosphäre und die spürbare Sorgfalt eines Hauses, in dem Theater mit Ernsthaftigkeit und großer Spielfreude gemacht wird.

Zur Saison kommt ein aktueller Hintergrund: Das Theaterhaus hat ein neues Dach bekommen. Der Verein schreibt, der teilweise noch originale Dachstuhl sei in die Jahre gekommen; außerdem sei das Dach zuvor nicht gedämmt und mit asbesthaltigen Eternit-Schindeln gedeckt gewesen. Mit der Sanierung sei ein wichtiger Schritt getan, um die Bühne langfristig zu sichern – getragen auch von vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden.

Ensemble, Musik – und ein Stadl mit Atmosphäre

Das Volkstheater Flintsbach hat seit Jahrzehnten ein Gespür dafür, Klassiker nicht auf Abstand zu halten, sondern sie so zu spielen, dass sie Gegenwart bekommen. Genau darin liegt auch diesmal der Reiz: ein bekannter Stoff, lebendig erzählt, mit Witz, Gesang und einem Ensemble, das sein Publikum mitzunehmen versteht.

Regie führt Martin Obermair, der in früheren Produktionen gezeigt hat, wie gut sich klassische Stoffe mit klarer Handschrift und Sinn für das Ensemble auf die Bühne bringen lassen. In den Hauptrollen stehen mit Toni Obermair, Florian Wilhelm, Mathias Obermair und Martin Obermair vertraute Namen. Hinzu kommen musikalische Einlagen und Gesang, die dem Abend eine zusätzliche Farbe geben und Nestroys Sprachwitz begleiten. Detailreiche Kostüme und ein sorgfältig gestaltetes Bühnenbild schaffen das passende Ambiente, in dem sich Verwechslung und Wiener Charme besonders gut entfalten können.

Wer den „Jux“ kennt, weiß: Der Spaß steht und fällt mit Timing. Gerade in einem Stadl, in dem Publikum und Bühne so nah beieinander sind, wirken Pointen direkter – und jede Verzögerung wird spürbar. Darum steckt in den Proben auch viel Feinarbeit: viele Auf- und Abtritte, schnelle Rollenwechsel, Verwechslungen, dazu die Rhythmik der Sprache. Das Stück lebt vom Wechsel zwischen Schlagfertigkeit und Peinlichkeit – und davon, dass alle im Ensemble genau hinhören.

Die musikalischen Einlagen sind dabei mehr als Dekoration. Sie setzen Stimmungen, schaffen Atempausen im Trubel und geben den Figuren zusätzliche Farbe. Auch Kostüm und Bühne erzählen mit: Die gewählten Verkleidungen müssen auf den ersten Blick funktionieren, damit das Publikum dem Durcheinander problemlos folgen kann und der grandiose Wiener Charme nicht in Lärm, sondern in Leichtigkeit endet.

Gerade weil der Abend so leicht daherkommt, bleibt oft mehr hängen, als man erwartet: Unter den Pointen blitzen Sehnsucht nach Freiheit, kleine Fluchten und Selbsttäuschungen auf. Das macht den „Jux“ keinesfalls schwer, aber überraschend nah für die meisten Zuschauer.

Termine und Karten für die Flintsbacher Posse

So verspricht „Einen Jux will er sich machen“ in Flintsbach also einen kulturell genussvollen Sommerabend voller Tempo, Sprachlust und Witz – und einen, der länger nachhallt, als man zunächst erwartet. Die öffentliche Generalprobe findet heute, am 12. Juni, statt, die Premiere dann am morgigen Samstag, 13. Juni. Gespielt wird bis Mitte August; den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 16. August, um 14 Uhr eine Nachmittagsvorstellung. Die meisten Vorstellungen sind aber auf 20 Uhr angesetzt.

Der heurige Kartenvorverkauf läuft bereits online; die Theaterkasse ist außerdem von Montag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr besetzt und in dieser Zeit auch telefonisch unter 08034/8333 zu erreichen.

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