Wenn der Ernstfall plötzlich zur Realität wird

von Redaktion

Fünf Fachleute, viele Fragen: OVB Expertenforum bietet Orientierung zu Pflege und Vorsorge

Der Andrang an den Infoständen der Experten nach den Vorträgen war groß.

Ermöglichten den informativen Abend (von links): Andrea Schaller, Geschäftsführung OVB MEDIA Sales GmbH, die OVB-Projektmanagerinnen Luisa Simon und Stephanie Brösamle und Moderatorin Anne Huber.

Die Köpfe der Veranstaltung mit Experten, Organisationsteam, Projektmanagement, Moderatorin und Redaktion.

Es gibt Themen, die viele Menschen lieber auf später verschieben. Nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil sie nahegehen: Pflege, Vorsorge, Krankheit, Wohnen im Alter, Abschied. Doch wenn daraus plötzlich Wirklichkeit wird, bleibt für Entscheidungen oft wenig Zeit. Dann müssen Angehörige organisieren, abwägen – und zugleich mit der Sorge um einen nahestehenden Menschen umgehen.

Großes Interesse an schwierigem Thema

Wie groß der Wunsch nach Orientierung ist, zeigte sich am Dienstagabend im OVB MEDIA Forum. Rund 160 Besucher folgten der Einladung der OVB-Heimatzeitungen zum Expertenforum „Pflege und Vorsorge“. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Fünf Fachleute standen auf der Bühne: Clemens Kraus, Andrew Russon, Stefan Mayer, Sebastian Behrend und Michael Hartl. Durch den Abend führte Moderatorin Anne Huber.

Schon zu Beginn machte Huber deutlich, warum dieses Thema so viele betrifft. Pflege sei etwas, „was wahrscheinlich die meisten von uns in irgendeiner Form früher oder später mal beschäftigen wird“, sagte sie. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass man dabei „ganz schnell mal überfordert“ sein könne. Deshalb sei es wertvoll, Fachleute zu hören.

„Und dann muss
es flott gehen“

Andrea Schaller, Geschäftsführerin der OVB MEDIA Sales GmbH, begrüßte die Gäste. Pflege und Vorsorge seien „zwei Riesen-Themenbereiche“, sagte sie. Meistens beschäftige man sich damit erst dann, „wenn man betroffen ist. Entweder als Direktbetroffener oder als betroffener Angehöriger“. Aus einem Gespräch vor Veranstaltungsbeginn habe sie mitgenommen, was viele Familien kennen: „Und wenn, dann muss es flott gehen.“

Genau deshalb sei das Forum ins Leben gerufen worden. „Wir wollen Ihnen vonseiten OVB diesen großen, wichtigen, immer größer werdenden Themenkomplex ein bisschen beleuchten“, sagte Schaller. Die Gäste sollten Fragen stellen und die Experten nach der Veranstaltung an den Infoständen ansprechen: „Heute ist die Gelegenheit dazu.“

Diese Gelegenheit nutzten viele Besucher. Nach den Vorträgen bildeten sich Gesprächsgruppen an den Infoständen. Manche stellten Nachfragen, andere wollten das Gehörte erst einordnen. Der Austausch machte den Abend greifbar: Pflege und Vorsorge blieben nicht abstrakt, sondern wurden als Themen sichtbar, die in Familien oft längst angekommen sind.

Vorsorge beginnt
vor dem Ernstfall

Auch die Besucher zeigten, wie unterschiedlich die Motive waren. Eine Leserin aus Rosenheim sagte, sie habe den Abend als informativ empfunden. Besonders hilfreich sei für sie die Orientierung gewesen. „Wir sind in einem Alter, in dem wir mit dem Problem irgendwann demnächst mal konfrontiert sein werden“, sagte sie.

Sebastian Weger aus Babensham war gekommen, weil man „immer wieder was Neues“ erfahren könne. Vieles falle im Alltag sonst „hinten runter“. Für ihn habe sich gezeigt, wie wichtig es sei, rechtzeitig mit der Familie zu sprechen und Entscheidungen nicht aufzuschieben.

Sepp Hofer, Bezirksrat und Kreisrat der Freien Wähler, betrachtete das Thema aus beruflicher Perspektive. Pflege sei als Bezirksrat von Oberbayern „ein ganz wichtiges Thema. Da kann man sich nicht viel genug informieren“, sagte er.

Am Ende zeigte das OVB Expertenforum vor allem eines: Vorsorge ist kein Thema für irgendwann. Sie beginnt lange vor dem Ernstfall – mit Information, Gesprächen und der Bereitschaft, sich auch schwierigen Fragen zu stellen.

Artikel 1 von 11