Wenn das Thema „Älterwerden“ plötzlich akut wird, muss oft vieles schnell gehen: Welche Unterstützung gibt es? Was lässt sich zu Hause anpassen? Wo findet man Beratung – und welche Angebote sind in der Region überhaupt vorhanden? Wer sich früh informiert, hat später mehr Spielraum – das gilt beim Wohnen genauso wie bei Pflege, Gesundheit oder Vorsorge. Genau dafür gibt es in Mühldorf die Ü60-Messe: Die Kreisstadt und das Caritas-Zentrum für den Landkreis Mühldorf laden am Donnerstag, 18. Juni, von 12 bis 16 Uhr in den Haberkasten (Fragnergasse 3) ein. Der Eintritt ist frei.
Die Besucherzahlen haben sich nach Angaben der Veranstalter in den vergangenen Jahren nach oben entwickelt; heuer werden rund 600 Besucherinnen und Besucher erwartet. Im ersten Stock des Haberkastens und im Innenhof sind 44 Aussteller und Einrichtungen vertreten – von Information und Beratung bis zu Gesundheits- und Präventionsangeboten.
Viel Praxis: Was vor Ort
geboten ist
Die Ü60-Messe setzt bewusst auf Angebote, die nicht nur erklären, sondern auch erlebbar machen, worum es geht. Genannt werden ein Gesundheits-Check, ein Fußsohlen-Scanner und Unfallprävention mit einem Verkehrs-Simulator. Außerdem können Besucherinnen und Besucher ihr Energie-Level messen und ihr biologisches Alter ermitteln lassen. Für Bewegung ist ebenfalls gesorgt: Der RSV Mößling lädt zum Mitmachen ein – mit Stuhlgymnastik, Yin Yoga oder Qi Gong. Ab 14.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen.
Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber dankt den Beteiligten und betont, dass es um mehr geht als reine Information: „Unsere Ü60-Messe ist weit mehr als ein Informationsangebot für ältere Menschen. Sie bringt Menschen zusammen und zeigt, welche Unterstützungs- und Freizeitangebote wir in Mühldorf bieten. Gleichzeitig lohnt sich der Besuch auch für jüngere Angehörige, denn viele Themen wie Pflege, Vorsorge und altersgerechtes Wohnen betreffen oft die ganze Familie.“
Prävention: Warum sich ein Rundgang lohnt
Dass Prävention im Alltag so wichtig ist, zeigen nüchterne Zahlen: Nach Daten des Robert-Koch-Instituts waren 2022 rund 23,8 Prozent der Menschen ab 65 Jahren mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten gestürzt. Stürze sind nicht automatisch „dramatisch“, können aber Folgen haben – und oft lassen sich Risiken reduzieren, etwa durch Bewegung, passende Hilfsmittel, gutes Schuhwerk oder ein sturzärmeres Wohnumfeld. Genau darum passen Angebote wie Unfallprävention/Simulator und niedrigschwellige Bewegungsformate gut ins Messeprogramm.
Auch das Thema Schlaf gehört für viele Menschen im Alter zu den großen Fragen – und ist ein Schwerpunkt im Vortragsprogramm: Robert Gerritsen, Facharzt für Innere Medizin, spricht ab 13.15 Uhr über Schlafstörungen. Wie verbreitet das Thema ist, zeigt eine AOK-Einordnung: Demnach leidet „fast jeder dritte Mensch über 65 Jahren“ unter Schlafstörungen; zudem verändert sich die Schlafstruktur im Alter häufig.
Seniorenreferentin Claudia Hausberger ordnet die Messe entsprechend ein: „Wie schon seit vielen Jahren möchten wir mit unserer Ü60-Messe einen breiten Überblick über die Angebote in unserer Stadt, im Landkreis und in der näheren Umgebung geben. Zugleich ist es uns aber auch wichtig, die Messe als Ort der Begegnung, der Vernetzung und des Austauschs zu sehen – für Anbieter, Politik und die Besucherinnen und Besucher.“
Viele Themen, die auch Jüngere betreffen
Ab 15.30 Uhr gibt Christine Knoblauch, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Mühldorf, praktische Tipps zum Verhalten im Katastrophenfall.
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