Der große Unbekannte

von Redaktion

Erste Fahreindrücke vom Mittelklasse-SUV Omoda 9 PHEV

Deutschland hat sich der chinesische Autobauer Chery bis zum guten Schluss aufgehoben. Der drittgrößte Hersteller im Reich der Mitte wollte bei seinem Europa-Debüt „in weniger kompetitiven Märkten“ starten. Die werden nun mit den beiden Modellreihen Jaecoo und Omoda mit Erfolg beschickt – in Großbritannien war der Jaecoo 7 in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 das meistverkaufte Auto im United Kingdom. Zum Marktstart können Kunden zwischen eben jenem Jaecoo 7 PHEV, den Chery als Volumenmodell einstuft, sowie dem Omoda 9 PHEV, dem 4,78 Meter langen Flaggschiff, wählen. Letzterer stand zu einer ersten Ausfahrt bereit.

Warum aber ein Start mit Plug-in-Hybriden? Deutschland habe den größten PHEV-Markt in Europa, und diese Technologie, die Kombination aus Elektro- und Verbrennerantrieb, habe in Europa ein starkes Wachstum, ist man beim Hersteller überzeugt. Argumente, die für den Omoda 9 PHEV sprechen, sind seine elektrische Reichweite von 145 Kilometern dank 34,5-kWh-Akku, die Systemleistung von 537 PS, die umfangreiche Ausstattung und nicht zuletzt der Preis von 52.900 Euro für ein Mittelklasse-SUV, das gegen deutlich teurere Mitbewerber wie beispielsweise den Volvo XC60 Recharge antritt. Bis Ende 2026 soll es rund 100 Händler geben.

Das Cockpit wird von zwei 12,3-Zoll-Screens dominiert, dazu gibt es ein Head-up-Display und zur Freude analog geprägter Menschen noch diverse Drehregler, Schalter und Knöpfe. Nach dem Start surrt der Omoda 9 elektrisch angetrieben durch den Stadtverkehr, und auch nach dem Passieren des Ortsschildes und entsprechender Beschleunigung schaltet der Antrieb nicht gleich auf den Benzinmotor um. Dank des üppigen Drehmoments von 700 Nm zieht das 2.270 Kilogramm schwere SUV zügig los, den Sprint auf 100 km/h absolviert er in 4,9 Sekunden. Bei 180 km/h endet der Vortrieb, der Omoda ist also eher ein Fall fürs entspannte Gleiten. Sechs Fahrmodi und drei Rekuperationsstufen haben die Erbauer dem Wagen spendiert, dazu ein adaptives Dämpfungssystem, das zumindest bei unserer ersten Fahrt keine Schwächen aufwies. Die direkteste Rückmeldung vom Fahrwerk gab es im Sport-Modus, bei Normal und Eco fühlt es sich etwas indifferent an. Als Verbrauchswerte gibt der Hersteller 6,9 Liter Benzin sowie 19,5 kWh auf 100 Kilometer an. VOLKER PFAU

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