Für Kreisobmann Andres ist klar: Handel ja, aber fair und zu gleichen Standards. Produkte aus dem Ausland müssten denselben Regeln genügen wie heimische Erzeugnisse – beim Tierwohl, bei Umweltauflagen und bei Sozialstandards. Alles andere empfindet er als Wettbewerbsverzerrung.
Ernährung als
Kernfrage
Für ihn steht am Ende eine Grundsatzfrage: Versorgungssicherheit und Ernährungssouveränität müssten viel stärker gewichtet werden.
Während über Autos, Waffen oder Verteidigung intensiv gesprochen werde, gerate aus seiner Sicht oft aus dem Blick, dass jeder Mensch täglich Lebensmittel braucht. Wenn die heimische Landwirtschaft geschwächt werde, schade das am Ende der gesamten Gesellschaft. Auch Anerkennung allein reiche nicht, wenn die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen nicht passen.
Trotz aller Probleme bleibt die Landwirtschaft ein wichtiger Motor für die Region. Wenn Betriebe investieren, profitieren auch heimische Handwerker, Elektriker und Maurer. Anders als große Industrieunternehmen können Landwirte nicht einfach den Standort wechseln.
Sie arbeiten mit Grund und Boden vor Ort – und genau deshalb ist ihre Bedeutung für Versorgung, Wirtschaft und regionale Stabilität so groß. Außerdem hängt in Bayern jeder siebte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab: „Wenn man allein in der Region Wasserburg schaut, wie viele Arbeitsplätze die Molkereien stellen, dürfte der Anteil hier noch höher sein.“ kve