Die Kleinbusse mit dem Malteser-Logo gehören in Mühldorf und im Landkreis längst zum vertrauten Bild. Sie fahren durch Wohngebiete, halten vor Arztpraxen, Kliniken, Schulen oder Veranstaltungsorten. Man sieht sie oft – doch vielen ist nicht bewusst, wie vielfältig die Arbeit dahinter ist. Wo in Mühldorf sind die Malteser eigentlich zu Hause – und für wen sind sie da?
Seit 1996 begleiten und unterstützen die Malteser Menschen in Stadt und Landkreis Mühldorf – im Alltag, in besonderen Lebenslagen und überall dort, wo schnelle und verlässliche Hilfe gefragt ist. Begonnen hat die Geschichte der Hilfsorganisation vor Ort in der Kaiser-Ludwig-Straße 4. Seit Dezember 2010 befindet sich die Geschäftsstelle Am Industriepark 25. Doch die eigentliche Arbeit der Malteser findet meist anderswo statt – dort, wo Unterstützung, Sicherheit oder ein offenes Ohr gebraucht werden.
Zuverlässige Hilfe
im Alltag
Viele Angebote der Malteser tragen dazu bei, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – besonders für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen, Angehörige und Familien in belastenden Situationen. Fahrdienste, Hausnotruf, Schulbegleitung und Alltagshilfen schaffen Sicherheit, ermöglichen Mobilität und erleichtern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Ehrenamtlich
im Einsatz
Ohne Ehrenamt wäre vieles von dem, was die Malteser in Mühldorf leisten, nicht möglich. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit, übernehmen Verantwortung und bilden sich regelmäßig fort. Sie leisten Sanitätsdienste bei Festen, Sportveranstaltungen und größeren Ereignissen. Das Katastrophenschutz-Team steht bereit, wenn außergewöhnliche Lagen rasches und koordiniertes Handeln erfordern. Auch der Herzenswunsch-Krankenwagen wird von qualifizierten Ehrenamtlichen begleitet und ermöglicht schwer kranken Menschen, noch einmal einen besonderen Ort zu besuchen oder einen persönlichen Wunsch zu erfüllen.
Ausbildung in
Erster Hilfe
Ein Notfall geschieht häufig im engsten Umfeld – umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein und helfen zu können. In den Erste-Hilfe-Kursen lernen die Teilnehmenden praxisnah, worauf es im Ernstfall ankommt – für Führerschein, Beruf, Verein oder Alltag. Spezielle Kurse zu Notfällen bei Säuglingen und Kindern richten sich besonders an Eltern, Großeltern und Babysitter. Auf Wunsch können Kurse auch in Betrieben, sozialen Einrichtungen oder Vereinen durchgeführt werden.
Engagement für
den Nachwuchs
Auch Kinder und Jugendliche sollen erleben, dass Helfen Freude macht und Gemeinschaft stiftet. In Schulsanitätsdiensten, im Ferienprogramm der Stadt Mühldorf und weiterer Gemeinden sowie bei anderen Aktionen wecken die Malteser Interesse an Erster Hilfe und sozialem Engagement. Zurzeit entsteht zudem eine neue Gruppe der Malteser-Jugend. Dort können junge Menschen ihre Freizeit sinnvoll miteinander verbringen, Neues lernen und Verantwortung übernehmen.
Neue
Herausforderungen
Stromausfälle, technische Störungen, Cyberangriffe oder extreme Wetterlagen zeigen, wie verletzlich moderne Infrastrukturen sein können. Damit gewinnen Bevölkerungsschutz und persönliche Vorsorge weiter an Bedeutung. Das neue Schulungsangebot „Fit in Resilienz und Selbstschutz“ richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen, die ihre Handlungsfähigkeit in Krisensituationen stärken möchten: Themen sind unter anderem Vorsorge im Haushalt, Selbst- und Nachbarschaftshilfe sowie einfache Möglichkeiten, in schwierigen Lagen handlungsfähig zu bleiben.
Vielfalt und
Zusammenhalt
„Wir verstehen uns als Teil dieser Region“, sagt Roland Bucher, Kreisgeschäftsführer der Malteser Mühldorf. „Viele Bürgerinnen und Bürger kennen uns durch unsere Fahrzeuge, von Erste-Hilfe-Kursen oder von Einsätzen bei Veranstaltungen.“ Dahinter steht ein tolles Team, das ehrenamtlich oder beruflich anderen zuverlässig zur Seite steht – mit Fachwissen, Erfahrung und persönlichem Engagement.“
Nach 30 Jahren sind die Malteser in Mühldorf mit ihrem Sitz im Industriepark vielleicht nicht auf den ersten Blick zu finden – aber sie sind dort präsent, wo Hilfe guttut. Das Motto „… weil Nähe zählt“, bedeutet für sie vor allem: aufmerksam bleiben, zuhören und anpacken, wo Bedarf ist.