Die Fahnenbraut der Freiwilligen Feuerwehr Engelsberg begleitet das Jubiläum der Wehr als besondere Repräsentantin.
Die Fahnenbraut der Freiwilligen Feuerwehr Tacherting steht für die enge Verbundenheit der Feuerwehren in der Region.
Zum ersten Kommandanten wurde der Engelsberger Wirtssohn Kasper Ludwig gewählt, zum Vorstand der damalige Bürgermeister Kasper Burggraf aus Starfling. Am 1. August 1877 schloss sich die Gemeinde Eiting der Engelsberger Wehr an, die fortan „Feuerwehr Engelsberg-Eiting“ hieß.
Im Jahr 1886 erhielt diese Wehr eine große Saug- und Druckspritze. Sie bewährte sich vor allem 1888, als in den Gemeinden Engelsberg, Eiting und Maisenberg innerhalb von sechs Wochen eine Brandserie mit sechs Großbränden zu bewältigen war. Auf Drängen der Bezirksfeuerwehr erfolgte 1889 die Trennung der Feuerwehren von Engelsberg und Eiting. Im gleichen Jahr wurden die Pflichtfeuerwehren aufgelöst und die Mitglieder in die Freiwilligen Feuerwehren beider Orte übernommen. Im Jahr 1893 hatte die Freiwillige Feuerwehr Engelsberg 80 Mitglieder.
Brandserien, Motorspritze und erstes Feuerwehrauto
Im Juni 1902 feierte die Engelsberger Wehr ihr 25-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. 1913 hatten die Engelsberger Wehrmänner erneut mit einer Brandserie von fünf Großbränden innerhalb von vier Monaten im Gemeindebereich zu kämpfen. Gemeinsam mit den Gemeinden Maisenberg und Eiting wurde 1930 eine Motorspritze angeschafft, die von allen drei Feuerwehren genutzt wurde und auf einem zweirädrigen Autoanhänger stets mobil war.
Ebenfalls ein Gemeinschaftskauf dieser drei Kommunen war 1931 das erste Feuerwehrauto, ein gebrauchter Benz, der schon zwei Jahre später durch einen amerikanischen Packard ersetzt wurde. Während des Dritten Reiches bestand für alle Männer zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr eine Feuerwehrpflicht. Das machte sich bei der Engelsberger Wehr im Mai 1933 mit einer Mitgliederzahl von 197 Mann bemerkbar.
Als während des Zweiten Weltkrieges immer mehr Männer Kriegsdienst leisten mussten, wurde Anfang 1945 eine Frauenpflichtfeuerwehr gegründet. Ihr gehörten zwölf Frauen an, die jedoch nie einen Einsatz zu leisten hatten. Noch im selben Jahr konnte diese Gruppe nach der Rückkehr erster Kriegsteilnehmer wieder aufgelöst werden. 1951 zog die Engelsberger Wehr vom Pächterstadel in das neu erbaute Gemeindehaus um.
Neue Fahrzeuge und
moderne Technik
Mit einem großen Fest feierte die Feuerwehr Engelsberg am 22. Juli 1951 ihr 75-jähriges Gründungsfest mit 31 teilnehmenden Vereinen. Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges im Jahr 1956. Der Opel Blitz LF8 wurde erneut von den drei Gemeinden Engelsberg, Eiting und Maisenberg finanziert, gemeinsam genutzt und war das modernste Einsatzfahrzeug in der Region.
1968 erhielt Engelsberg erstmals eine Sirene zur Alarmierung auf dem neu erbauten Schulhaus. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Engelsberg, Eiting und Maisenberg durch die Gemeindereform im Jahr 1972 erwarb die neue Gemeinde Engelsberg 1974 ein neues Tanklöschfahrzeug „TLF 16“. Ab 1975 wurde die technische Ausrüstung zudem durch hydraulische Schere und Spreizer ergänzt. Damit war die FF Engelsberg mit ihrem Fuhrpark und ihrer Ausstattung die bestgerüstete Feuerwehr in der Umgebung.
Im Juli 1976 feierten die Wehren Engelsberg und Eiting gemeinsam ihr 100-jähriges Bestehen mit einem viertägigen Fest. Im gleichen Jahr vereinigten sie sich nach 87-jähriger Trennung wieder zu einer schlagkräftigen Wehr. In den folgenden Jahrzehnten standen die Aktualisierung des Fuhrparks sowie die Beschaffung moderner technischer Ausrüstungsgegenstände weiterhin im Fokus von Feuerwehr und Gemeinde.
Feste Traditionen
im Jahreskreis
Eine Premiere feierte 1991 das erste Grillfest der Feuerwehr Engelsberg. Seither ist es zu einer festen Tradition im Jahreskreis geworden. Ihr 125-jähriges Bestehen beging die Engelsberger Wehr vom 19. bis 23. Juli 2001. Damals schloss sich dem Gründungsfest erstmals ein Oldtimertreffen an.
Ebenfalls mehrtägige Feierlichkeiten wurden vom 21. bis 24. Juli 2011 anlässlich des 135-jährigen Gründungsfestes der örtlichen Wehr abgehalten. Leider spielte damals das Wetter nicht mit: Der Festgottesdienst musste anstelle des Kirchplatzes ins Festzelt verlegt werden. Nun hofft die Feuerwehr, dass zum 150-jährigen Gründungsfest die Sonne über Engelsberg scheint und die Festwoche zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle teilnehmenden Gäste und Vereine wird.awr