Fortsetzung
Im Herbst 1904 wurde bei der Taubstummenanstalt Hohenwart die erste Vereinsfahne in Auftrag gegeben; sie kostete 530 Mark. Bereits 1905 richtete Nußdorf das 15. Gaufest des Gauverbandes I aus. Rund 700 Teilnehmer aus 46 Vereinen kamen damals zum Festplatz bei „Bernrieders“ Gasthaus. 1923 übernahm der Verein die Patenstelle bei der Fahnenweihe des GTEV „Edelweiß“ Raubling – ein Zeichen jener Verbundenheit, die im Trachtenwesen bis heute große Bedeutung hat.
Die Kriegsjahre brachten das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Doch schon kurz nach Kriegsende begann der Neuaufbau. Am 18. November 1945 fand die erste Generalversammlung mit Neuwahl statt. Noch im selben Jahr spielten die Mitglieder Theater; der Reinerlös von 1.031 Mark kam den Kriegsversehrten der Gemeinde zugute. Auch darin zeigt sich ein Grundzug des Vereins: Er feiert nicht nur, sondern übernimmt Verantwortung im Dorf.
Seit vielen Jahrzehnten
dem Inngau verbunden
1956 beging der GTEV „Alpenrose“ sein 60-jähriges Gründungsfest. Aufgrund der Lage Nußdorfs fühlte sich der Verein zunehmend dem Inngau verbunden und schloss sich im Frühjahr 1962 dem Bayerischen Inngau-Trachtenverband an. Unvergessen ist vielen Nußdorfern das 100-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1996. Damals richtete Nußdorf am 14. Juli das Gaufest aus. 43 Vereine, 21 Musikkapellen, 16 Festwägen, sechs Kutschen und mehrere Vorreiter mit insgesamt 75 Rössern nahmen teil. Rund 10.000 Zuschauer säumten die Zugstrecke, 4.688 Trachtler wurden gezählt – eine Zahl, die bei einem Gaufest lange nicht übertroffen wurde.
Dass Brauchtum in Nußdorf nicht nur im Festzelt lebt, zeigte sich auch am Heuberg. Dort wurde am 25. Juni 2023 ein neues Gipfelkreuz aufgestellt. Das alte Kreuz stammte aus dem Jahr 1967 und war 1999 von den Trachtlern renoviert worden. Das neue Kreuz wurde dem verstorbenen früheren Bürgermeister Sepp Oberauer gewidmet und nach einem Berggottesdienst mit Pfarrer Christoph Rudolph und Dr. Darius Magunda am Grasbuckel errichtet.
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