Mähroboter sind für Igel eine tödliche Bedrohung

von Redaktion

Baumärkte sollen ihre Kunden über die Gefahren der Geräte informieren

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr hierzulande zwischen 30.000 und 70.000 Igel durch Mähroboter. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hatten in einer Untersuchung belegt, dass der Einsatz der Geräte ein ernstes Tier- und Artenschutzproblem für die kleinen Wildtiere darstellt. Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Nun reagiert auch die Politik: So will unter anderem das Verbraucherschutzministerium in Brandenburg ab Ende Juni in Baumärkten über die Gefahren informieren, die von den Geräten für Igel ausgehen.

Im Agrar-Innenausschuss des Landtages sagte Staatssekretär Stephan Nickisch, es gebe Gespräche mit Baumarktketten, sodass Personal geschult werde und Käufer von Mährobotern über Risiken aufgeklärt werden könnten. Es solle auch ein Dialog mit Herstellerfirmen geführt werden. Sie sollen laut Ministerium dafür gewonnen werden, auf den Produktverpackungen auf die Gefahren für kleine Wildtiere hinzuweisen.

Der Mähroboter wird für den Igel vor allem wegen seines natürlichen Abwehrverhaltens zum Verhängnis, darauf weist der World Wide Fund for Nature (WWF) auf seinem Online-Auftritt hin. Bemerken Igel den Rasenmäher-Roboter, ist er meist schon sehr nah. Und dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Igel fliehen bei Gefahr bekanntlich nicht, sondern rollen sich zu einer Kugel zusammen. Das hilft gegen tierische Feinde, aber nicht gegen die Messer des Mähroboters.

Um auf diese Gefahr hinzuweisen, hat das Ministerium in Brandenburg vor kurzem eine Informationskampagne gestartet, unter anderem mit Plakaten. „Wir wollen mehr Bewusstsein und Achtsamkeit schaffen beim Nutzen dieser Geräte“, sagte Nickisch.

Auch die Baumärkte können das Poster „Dein Einsatz für Igel“ nutzen, um auf das Verletzungsrisiko durch Mähroboter hinzuweisen. Das Ziel: Abends und nachts sollen Mähroboter pausieren. Einige Städte in Deutschland wie etwa Cottbus haben aber auch nächtliche Fahrverbote für die Geräte erlassen. Ck/Dpa

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