Photovoltaikanlagen auf Hausdächern lohnen sich: Aufgrund des technologischen Fortschritts werden sie immer rentabler und können in Kombination mit einer Wärmepumpe zu einer autarken Energieversorgung beitragen. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise gibt es wenige Argumente dagegen. Dennoch bestehen bestimmte Risiken, die mit der Installation einer Solaranlage einhergehen.
Auswirkung auf die
Gebäudesubstanz
So könne die Installation von Photovoltaik (PV) auf dem Hausdach „beträchtliche Auswirkungen auf die Gebäudesubstanz haben, da sich auf den mit PV-Modulen belegten Flächen die Temperatur- und die Feuchtesituation im Dachaufbau verändern“, erklärt der Sachverständige Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren (VPB).
Dieser schadensverursachende Effekt ist bei Flachdachkonstruktionen, die mit aufgeständerten Modulen belegt werden, seit Längerem bekannt. Die Montage von PV-Modulen auf Steildächern dagegen schien mit Blick auf hygrothermische Einflüsse lange unproblematisch.
Doch neue Forschungsergebnisse zeigen etwas anderes, wie Ellinger betont: „Die Paneele reduzieren die Sonneneinstrahlung auf die Dachfläche, auf der sie aufliegen – unter der Dacheindeckung, auf dem Unterdach verringert sich die Temperatur, die relative Feuchtigkeit im Dachaufbau steigt an.“ Dies könne dazu führen, dass bisher funktionsfähige Dachkonstruktionen mittel- bis langfristig geschädigt werden.
Brandrisiken und
Vorsorgemaßnahmen
Auch ein gewisses Brandrisiko ist gerade bei unsachgemäßer Installation nicht auszuschließen. Davon berichtet der Bauherrenschutzbund (BSB). So kam es bei der nachträglichen Installation von PV-Anlagen auf den Dächern einer Reihenhauszeile aus den 1930er-Jahren zu schweren Schäden. Eine Fachfirma für Elektroinstallation plante und installierte die Anlage. Aufgrund defekter Gleichstromkabel in der mittleren PV-Anlage kam es nach sechs Monaten zum Brand – der auch durch die Missachtung von Abstandsregeln begünstigt wurde. Dennoch sollten Eigentümer vor der Installation einer Solaranlage nicht zurückschrecken. Wichtig ist laut BSB eine sachgerechte Installation, um Brände weitgehend auszuschließen. Und auch das Risiko von Feuchtigkeitsschäden lässt sich signifikant verringern. Dazu gelte es laut Ellinger unter anderem, das Solarstrahlungsangebot vor Ort, die Neigung der Dachfläche, die Tragfähigkeit und die Luftdichtigkeit der Dachkonstruktion zu beachten. Christoph Kastenbauer