Behutsames Wachstum

von Redaktion

Alltagserfahrungen mit dem XPeng G9 RWD Long Range

Behutsam und beharrlich will XPeng hierzulande wachsen. Die chinesische Marke, die nach dem Unternehmensgründer Xiaopeng benannt ist, hat derzeit drei Modelle am Start. Wir waren mit dem G9 RWD Long Range unterwegs.

Lob: Der G9 misst 4,89 Meter in der Länge und 1,93 Meter in der Breite. Auf dem Fahrersitz stellt sich ein erhebendes Gefühl ein. Viel wird über das zentrale Touchpad gesteuert, aber es gibt noch Funktionen wie das Betätigen der Scheibenwischer, die auf herkömmliche Weise bedient werden. Ein Wischer von oben nach unten auf dem Touchpad führt ohne mühseliges Tippen zu fast allen Funktionen.

Der Hersteller hat große Anstrengungen unternommen, damit sich alle an Bord wohlfühlen, beispielsweise mit Belüftungs- und Massagefunktionen an den elektrisch verstellbaren Sitzen – dank Premium-Paket auch hinten. Im Meditationsmodus kann man zu „Klang der Welten“, „Stress reduzieren“ oder „Dankbarkeitsübung“ entspannen. Auf dem Touchscreen auf der Beifahrerseite laufen unter anderem Musik- und Videokanäle.

Beim Fahren erweist sich der 351 PS starke Frontantrieb als souveränes Aggregat, das in keiner Situation Mühe hat, den maximal 2.810 Kilogramm schweren XPeng G9 adäquat voranzubringen. Im Sport-Modus ist die Lenkung angenehm direkt, wählt man Eco oder Comfort, ist das Kurvenfahren etwas weniger präzise, aber nie unangenehm. Mit maximal 200 km/h pflügt das SUV voran, aber Verbrauchsanzeige, Reichweitenschwund und Windgeräusche sorgen für freiwilliges Reduzieren.

Kritik: Die Klappe für den Ladeanschluss muss vom Fahrersitz aus über den Touchscreen geöffnet und geschlossen werden – ist im Alltag umständlich und nervt.

Kosten: Beim Verbrauch lagen wir meist zwischen 20 und 22 kWh pro 100 Kilometer und damit nur knapp über der Werksangabe von 18,6 kWh nach WLTP. Die 93,3-kWh-Batterie ermöglicht also im Idealfall fast 500 Kilometer Reichweite. Der quasi komplett ausgestattete G9 Long Range steht mit 63.600 Euro in der Liste. Mit dem 3.960 Euro teuren Premium-Paket sind noch diverse Komfort-Extras an Bord.

Fazit: Den Vergleich mit seinen Mitbewerbern muss der XPeng G9 nicht scheuen. Der Hersteller hat ihn bestens dem europäischen Markt angepasst, und vor allem preislich stellt er eine sehr attraktive Alternative dar. Foto VOLKER PFAU

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