Die Dirndl und Burschen der Oberlandler freuen sich auf die Festwochen in Willing. Fotos regina kern

Die Dirndl und Burschen der Oberlandler freuen sich auf die Festwochen in Willing. Fotos regina kern

Fortsetzung

Hinter der Festwoche stehen zwei Vereine, die Willing und Bad Aibling seit Jahrzehnten prägen. Die Willinger Burschen feiern ihr 80-jähriges Bestehen, D’Oberlandler Bad Aibling richten zum dreizehnten Mal ein Gaufest aus.

Als der Burschenverein Willing 1946 gegründet wurde, lag eine schwere Zeit hinter den Menschen. Nach den Kriegsjahren wuchs der Wunsch nach Geselligkeit, Zusammenhalt und unbeschwertem Miteinander. Daraus entstand ein Verein, der bis heute aktiv geblieben ist. 80 Jahre ununterbrochene Vereinstätigkeit sind für einen Burschenverein keine Selbstverständlichkeit. Denn die aktive Mitgliedschaft endet traditionell mit der Heirat, Vorstände wechseln deshalb meist schneller als in anderen Vereinen.

In Willing fanden sich dennoch immer wieder junge Männer, die Verantwortung übernahmen. Gegründet wurde der Verein unter Heini Gabler, noch im selben Jahr folgte Wastl Neuchl. Als besonders lange Amtszeiten gelten jene von Werner Stigloher von 1968 bis 1974 und Sepp Ranner von 1979 bis 1985. Heute steht Josef „Seppi“ Gschwendtner an der Spitze des Burschenvereins. Dass die Burschen nicht nur feiern, sondern auch Verantwortung übernehmen, zeigt ein weiterer Punkt: Der Erlös aus der Schätzfrage wird an das Kinderdorf Irschenberg gespendet.

D’Oberlandler: Seit 1893
in Bad Aibling aktiv

Der zweite große Träger der Festwoche ist der Heimat- und Volkstrachtenverein D’Oberlandler Bad Aibling. Seine Geschichte reicht bis zum 5. Januar 1893 zurück. Damals wurde im Gasthaus Grafenbräu die erste Vorstandschaft gewählt: Säcklermeister Alois Mayer als Vorstand, Gastwirt Josef Niggl als Kassier, Malergehilfe Max Zierer als Schriftführer sowie Georg Krieger und Hans Benkert als Beisitzer.

1903 wurde zum zehnjährigen Bestehen die erste Standarte geweiht, im Mai 1922 die erste Fahne. 1933 folgte ein Trachtenfest zum 40. Gründungsjubiläum. Der Zweite Weltkrieg brachte auch in Bad Aibling das Vereinsleben zum Erliegen. 1946 schlossen sich die Aiblinger Trachtler dem Oberlandler Gauverband an. Ausschlaggebend waren die Nähe zu Miesbach und die Miesbacher Tracht, die der Verein trug. Bereits 1951 richteten die Oberlandler erstmals das Gaufest des Oberlandler Gauverbands in Bad Aibling aus. Heuer ist es das dreizehnte Gaufest, das die Bad Aiblinger Trachtler ausrichten, und das zwölfte im Oberlandler Gauverband. 1921 hatte der Verein noch zum Gauverband I gehört. Seit 1996 verfügen die Oberlandler über ein eigenes Inventarhaus, größtenteils aus Eigenmitteln finanziert und mit eigener Kraft gebaut. Neben Plattlern und Tänzen gehören auch Theaterspiel und Hausmusik zum Vereinsleben. Große Bedeutung hat die Jugendarbeit: Hier werden um die 70 Kinder betreut und an das kulturelle Brauchtum herangeführt.

Der Gau als großes,
gemeinsames Dach

Zum festen Bestandteil des Bad Aiblinger Lebens gehören die Trachtler nicht nur bei Festen. Sie nehmen an Fronleichnamsprozessionen und am Volkstrauertag teil, pflegen den Jahrtag mit dem Bruderverein Edelweiß Bad Aibling, sind beim Irlachweiherfest im Kurpark dabei und betreiben beim Bad Aiblinger Bürgerfest die bekannte Schirmbar. Seit 1973 stellen die Oberlandler ein Kinder-Prinzenpaar, 1990 kam die Kindergarde hinzu, später die Jugendgarde.

Das Gaufest in Willing steht auch für die Kraft des Oberlandler Gauverbands. Als Gründungsdatum gilt der 20. Oktober 1899, gegründet wurde die Vereinigung in Holzkirchen. Dionys Babl aus Miesbach wurde Erster Gauvorstand, Heinrich Kraft aus München sein Stellvertreter. Heute erstreckt sich das Gaugebiet von Penzberg bis Bad Aibling und von München bis Bayrischzell. 49 Vereine mit rund 16.000 Mitgliedern, 25 Blaskapellen und vier Spielmannszüge gehören dazu.

Zehn Tage, in denen
Brauchtum gelebt wird

Seit 1958 ist der Gau in sieben Gaugruppen gegliedert: Holzkirchen, Jasberg, Leitzachtal, Miesbach, Oberes Schlierach- und Leitzachtal, Tegernseer Tal und Bad Tölz. Die Vorstandschaft bilden Schorsch Englhart, Franz Nirschl, Andreas Kirchberger und Magdalena Probst. Max Lechner ist Gauvorplattler, Katrin Hoh kümmert sich um den Trachtlernachwuchs. Im Mittelpunkt stehen Heimattracht, Musik, Laienspiel, Mundart und Brauchtum.

Die Willinger Festwoche zeigt die Stärke des Ehrenamts. uhe

<p>Hauptsache Spaß: Auch mit dem Bulldog geht‘s mal auf zum Weinfest.</p>

Hauptsache Spaß: Auch mit dem Bulldog geht‘s mal auf zum Weinfest.

<p>Flotte Beine: die Jugend der Oberlandler beim Platteln.</p>

Flotte Beine: die Jugend der Oberlandler beim Platteln.

<p>Ein fescher Haufen: ein Teil der Aktiven des Trachtenvereins D‘Oberlandler.</p>

Ein fescher Haufen: ein Teil der Aktiven des Trachtenvereins D‘Oberlandler.

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Montag, 13. Juli 2026
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