Ein Nashorn fürs Grobe
llrad-Arbeitstier aus Korea: KGM hat seinen offroad-tauglichen Pick-up Musso – der koreanische Name bedeutet Nashorn – komplett überarbeitet. Foto KGM
Erste Fahreindrücke vom überarbeiteten Pick-up KGM Musso
Ein Nashorn soll auf dem Pickup-Markt für Furore sorgen. Der koreanische Hersteller KGM hat den Musso (zu Deutsch: Nashorn) kräftig überarbeitet. Als Kurz- oder Langversion mit Allradantrieb und mit bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast stehen die offroad-tauglichen Arbeitstiere bei den Händlern. Ein erster Fahrtest im neuen KGM Musso.
Optisch ist der Lastesel nach dem Styling nicht wiederzuerkennen. Mit dem wuchtigen, kantigen Kühlergrill mit großen Lufteinlässen sowie dem markanten Stoßfänger wirkt er nun bulliger. Der Standard-Musso misst 5,09 Meter, die Ladefläche 1,30 Meter. Der Musso Grand ist 5,46 Meter lang, die 1,61 Meter lange Pritsche bietet ein Ladevolumen von 1.262 Litern. Praktisch im Alltag: Trittstufen im Stoßfänger, acht Verzurrösen und eine LED-Ladeflächenbeleuchtung.
Die komfortable Doppelkabine bietet viel Platz für bis zu fünf Personen. Das moderne Cockpit gefällt durch ansprechende Materialien, auf der Mittelkonsole prangt ein 12,3-Zoll-Touchscreen. Zur Basisausstattung gehören u.a. Einparksensoren, Rückfahrkamera, Navi, Klimaanlage und Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Als lästig erweisen sich die sensiblen und lauten Aufmerksamkeits- und Tempowarner – beide lassen sich aber leicht deaktivieren.
Unter der Haube des 1,8 bzw. 2,2 Tonnen schweren Südkoreaners arbeitet jeweils ein 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, der 202 PS und ein maximales Drehmoment von 441 Nm liefert. Wahlweise gibt’s ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder eine Sechsstufen-Automatik (Aufpreis 2.000 Euro). Maximal fährt der Musso 172 km/h, der Verbrauch nach WLTP liegt zwischen 8,9 und 9,6 Litern. Beim Fahrtest blieben wir knapp unter 10 Litern.
Die Lenkung ist präzise, bietet aber wenig Rückmeldung. Auffällig: die gute Verarbeitung und Geräuschdämmung im Inneren. Selbst auf unebenen Wegen im Gelände knarzt und scheppert nichts. Bei beiden Varianten wurde die Bodenfreiheit auf 245 mm erhöht.
Den Musso Core gibt’s ab 40.990 Euro, die Langversion Musso Grand ist 1.500 Euro teurer. Das Nashorn ist ein vielseitiges, robustes, komfortables und vergleichsweise preisgünstiges Arbeitstier für gewerbliche Nutzer, wo hohe Anhängelast sowie Allrad gefragt sind. Interessant ist der Musso aber auch im privaten Bereich, fürs Camping oder den Transport von Boots- und Pferdeanhängern. UWE FAJGA