Blick auf 75 Jahre

von Redaktion

Feuerwehr Aisingerwies-Oberwöhr bereitet ihr Jubiläum vor

Im Jahr 2029 feiert die Feuerwehr Aisingerwies-Oberwöhr ihr 75-jähriges Bestehen. Damit ist sie die jüngste Feuerwehr im Stadtgebiet Rosenheim: Gegründet wurde sie erst 1954 – deutlich später als viele andere Wehren der Region, die oft auf rund 150 Jahre Geschichte zurückblicken. Ihre Bedeutung für den Rosenheimer Süden ist dennoch groß: Die Feuerwehr gehört zu den sechs Feuerwachen im Stadtgebiet und ist im Brand- und Katastrophenschutz besonders im südlichen Stadtbereich eingebunden.

Historisch ist die Wehr eng mit dem Hochwasserschutz verbunden – ein Umstand, der bereits zur Gründung führte und sich etwa beim Hochwasser im Juni 2013 zeigte. Auch heute spielt dieser Bereich eine wichtige Rolle: Am Standort sind drei Flachwasserschubboote für entsprechende Einsätze stationiert.

Planung mit langem Atem

Damit das Jubiläum 2029 gelingt, hat die Vorstandschaft bereits jetzt die Gründung eines Festausschusses angestoßen. Ein Festplatz im Ortsteil ist gefunden, der grobe Rahmen steht. Die dreijährige Vorlaufzeit soll genutzt werden, um Erfahrungen befreundeter Vereine einzubeziehen und Schritt für Schritt in die Detailplanung zu gehen. So kann aus dem Jubiläum nicht nur ein Rückblick auf 75 Jahre Feuerwehrgeschichte werden, sondern auch ein Fest für den Ortsteil.

Kinderfeuerwehr als
Zukunftsprojekt

Ein Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsarbeit. Während die Jugendgruppe lange gut besetzt war, ist die Mitgliedergewinnung zuletzt schwieriger geworden. Deshalb wurde 2024 eine Kinderfeuerwehr gegründet. Unter der Leitung von Franziska Krammer werden aktuell rund 25 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren spielerisch an Feuerwehrthemen herangeführt. Auf dem Programm stehen Basteln, Spiele, Brandschutzerziehung und Ausflüge, etwa zum THW.

Die Nachfrage ist so groß, dass bereits eine Warteliste geführt wird. Die monatlichen Treffen an Samstagnachmittagen bedeuten für das Betreuerteam viel ehrenamtlichen Einsatz. Zugleich ist die Kinderfeuerwehr eine wichtige Investition in die Zukunft: Mit zwölf Jahren können die Kinder in die Jugendfeuerwehr wechseln und später die Einsatzmannschaft stärken. Das vergleichsweise junge Durchschnittsalter der aktiven Mitglieder von derzeit rund 31 Jahren zeigt, wie wichtig diese kontinuierliche Nachwuchsarbeit ist.

Feuerwehr zum Anfassen

Wie wichtig Nähe zur Bevölkerung ist, zeigte der Tag der offenen Tür im Juli 2025. Nach rund 25 Jahren öffnete die Feuerwehr wieder ihre Türen. Infostände, Führungen und Mitmachstationen machten den Feuerwehralltag greifbar. Eindrücklich waren die Vorführungen zum Verhalten bei einem Fettbrand, Übungen im Brandcontainer und das Löschen mit dem Feuerlöscher.

Auch wenn die Wehr in jüngster Zeit von größeren Einsätzen verschont blieb, gibt es immer wieder besondere Erlebnisse: So wurde etwa ein in einen Pool geratenes Rehkitz gerettet, mit Strahlern gewärmt und lief nach rund 45 Minuten wieder gesund davon – ein Beispiel für die Bandbreite der Einsätze jenseits klassischer Brandlagen.

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