Der erste Kaffee vor dem Wohnmobil, ein Abend am See, kurze Wege in die Natur und trotzdem ein kleines Zuhause auf vier Rädern dabei: Camping trifft ein Urlaubsgefühl, das viele Menschen suchen. Es geht um Freiheit, Flexibilität und Nähe zur Natur – aber längst nicht mehr nur mit Isomatte und Gaskocher. Moderne Campingplätze bieten heute oft Komfort, Gastronomie, Mietunterkünfte, Familienangebote und digitale Buchungsmöglichkeiten. Aus dem klassischen Zeltplatz ist vielerorts ein vielseitiger Urlaubsraum geworden.
Dass Camping boomt, lässt sich inzwischen auch klar an den Zahlen ablesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2025 auf Campingplätzen in Deutschland fast 44,7 Millionen Gästeübernachtungen gezählt – so viele wie nie zuvor. Das waren 4,2 Prozent mehr als im Jahr 2024 und sogar fast ein Viertel mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019. Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der Campingübernachtungen in Deutschland sogar mehr als verdoppelt.
Bayern ist Campingland Nummer eins
Besonders stark ist die Bedeutung in Bayern. Der Freistaat zählt zu den wichtigsten Campingregionen Deutschlands und kam 2025 auf rund 8,6 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen. Das entspricht erneut einem Plus. Für eine Region mit Seen, Bergen, Radwegen und vielen Ausflugszielen ist das wenig überraschend. Gerade das Alpenvorland, der Chiemgau und die oberbayerischen Ferienorte bieten viele Voraussetzungen, die Campingurlaub attraktiv machen: Natur vor der Tür, kurze Wege zu Badeseen, Wanderwegen, Biergärten, Hofläden und Kultur.
Camping passt zudem zu einem veränderten Reiseverhalten. Viele Urlauber möchten flexibel bleiben, spontan entscheiden und dennoch gut vorbereitet unterwegs sein. Der eigene Camper oder Wohnwagen vermittelt Unabhängigkeit. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Komfort. Glamping, Mietunterkünfte, private Sanitärbereiche, Spielplätze, Wellnessangebote oder gut ausgestattete Stellplätze zeigen: Camping kann einfach sein, muss es aber nicht.
Vom Fahrzeug bis zur
Ausstattung
Auch der Caravaning-Markt zeigt, dass der Trend anhaltend stark ist. Deutschland blieb 2025 der größte Caravaning-Markt Europas. Reisemobile sind dabei besonders gefragt. Sie stehen für mobiles Reisen, kurze Wochenendtrips und längere Urlaubsfahrten gleichermaßen. Für viele beginnt der Campingurlaub deshalb nicht erst auf dem Stellplatz, sondern bereits bei der richtigen Vorbereitung: Fahrzeugcheck, Gasprüfung, Stromversorgung, Reifen, Markise, Fahrradträger, Campingmöbel, Kochzubehör und Reiseausrüstung entscheiden mit darüber, wie entspannt die Fahrt wird.
Dazu kommt ein wachsender Servicebedarf. Werkstätten, Händler, Ausrüster, Outdoor-Geschäfte, E-Bike-Anbieter, Versicherungen und regionale Tourismusbetriebe profitieren davon, dass Campingurlaub viele Bereiche berührt. Wer mit Wohnmobil oder Caravan reist, braucht nicht nur einen Platz zum Übernachten, sondern auch Technik, Beratung, Zubehör, Verpflegung und passende Freizeitangebote.
Urlaub mit klarem
Preisvorteil
Trotz gestiegener Preise bleibt Camping im Vergleich zu vielen anderen Urlaubsformen attraktiv. Eine Auswertung von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, kommt für 2026 zu dem Ergebnis, dass eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind in Deutschland in der Sommer-Hochsaison durchschnittlich 41 Euro pro Nacht zahlt. In Bayern liegt der Durchschnitt bei 42 Euro. Damit gehört Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin zu den günstigeren Campingländern.
Gleichzeitig zeigt die Preisentwicklung, dass beliebte Lagen und gute Ausstattung ihren Wert haben. Wer flexibel außerhalb der Hauptsaison reist oder früh bucht, kann weiterhin sparen. Für Campingplätze und Betriebe ergibt sich daraus eine Chance: Die Saison wird länger, die Angebote werden vielfältiger, und Urlaub unter freiem Himmel findet nicht mehr nur in den klassischen Sommerwochen statt.