Gemeinsam mit den Wehren Brannenburg und Degerndorf sorgt die Feuerwehr Großbrannenberg für den Brandschutz und die technische Hilfeleistung in der Gemeinde. Dabei nimmt Großbrannenberg eine besondere Rolle ein: Das Einsatzgebiet umfasst große Teile des stark frequentierten Wendelsteingebiets. Viele Einsatzstellen sind nur über schmale Wege oder mit geländegängigen Fahrzeugen erreichbar. Umso wichtiger sind Ortskenntnis, Ausbildung und passende Technik. Wie vielfältig die Anforderungen sind, zeigen auch größere Einsätze der vergangenen Jahre – etwa ein umgestürzter Lkw auf der Straße nach Großbrannenberg im Juli 2018, der Großbrand einer Druckerei in Fischbach im November 2018 oder die kräftezehrende Schneewetterlage im Chiemgau im Januar 2019. Auch bei überörtlichen Einsätzen, wie dem Großbrand eines Anwesens in Flintsbach im Februar 2023, einem Starkregenereignis im Inntal im Juni 2024 oder einem weiteren Großbrand in Nußdorf im Oktober 2025, war die Wehr gefordert.
Ein Haus, das mit der Wehr
gewachsen ist
Wie stark sich die Feuerwehr in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, zeigt ein Blick auf das Feuerwehrhaus. 1999 wurde es in Eigenleistung neu errichtet. Nur ein Jahr später ersetzte ein Tragkraftspritzenfahrzeug auf MAN-Allradfahrgestell den bis dahin genutzten Unimog. Weil die Aufgaben wuchsen und auch die Zahl der Aktiven zunahm, wurde das Gebäude 2018/2019 erweitert. Ein zusätzlicher Stellplatz und ein neuer Schulungsraum schufen mehr Platz für Fahrzeuge, Ausbildung und Gemeinschaft.
Spezialtechnik für
schwieriges Gelände
Eine wichtige Verstärkung kam Ende 2019 hinzu: Die Feuerwehr Großbrannenberg stellte ein geländegängiges UTV der Marke Polaris in Dienst und gehörte damit zu den ersten Wehren im Landkreis Rosenheim mit einem solchen Fahrzeug. Gerade im Bereich des Wendelsteins spielt diese Technik ihre Stärken aus. Das UTV kommt dort zum Einsatz, wo normale Feuerwehrfahrzeuge an Grenzen stoßen, und wird aufgrund seiner Geländetauglichkeit teilweise auch überörtlich angefordert.
Zur Zuständigkeit der Wehr gehören außerdem die Wendelstein-Zahnradbahn, ihr E-Werk und die Betriebsgebäude. Die 1912 in Betrieb genommene Bahn prägt den Ort bis heute. Für die Feuerwehr bedeutet diese besondere Infrastruktur zusätzliche Verantwortung – technisch, organisatorisch und im Einsatzfall auch logistisch.
Die Grundlage für sichere Einsätze bildet eine intensive Ausbildung. Im Herbst 2023 konnte erstmals eine komplette eigene Gruppe der Feuerwehr Großbrannenberg die Modulare Truppausbildung erfolgreich abschließen. Ergänzt wird der Ausbildungsstand durch regelmäßige Gemeinschaftsübungen, Lehrgänge und die alle zwei Jahre stattfindende Leistungsprüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“. Zwei Kameraden unterstützen zudem die Flughelfergruppe des Landkreises Rosenheim.
Kameradschaft als
starke Basis
Neben Einsatzdienst und Ausbildung pflegt die Wehr auch Kameradschaft und örtliche Traditionen. Das Hochzeitsbaumaufstellen, das sogenannte Weisertweckenfahren, gemeinsame Ausflüge und das jährliche Feuerwehrfest Anfang Mai direkt am Feuerwehrhaus stärken den Zusammenhalt. Mit Aktiven aus allen Altersschichten und der neu gegründeten Jugendgruppe ist die Feuerwehr Großbrannenberg gut aufgestellt. So kann die Wehr zuversichtlich auf das Jahr 2030 blicken – dann steht das 150-jährige Bestehen an.