Unterstützung aus der Luft

von Redaktion

Drohneneinsatz bei der Feuerwehr

Ein unübersichtlicher Brand in unbekanntem Terrain und mit dichtem Rauch: die Feuerwehrleute stehen vor meterhohen Flammen und sehen kaum die Hand vor Augen. Wie soll der Löscheinsatz bei solchen Bedingungen geplant werden? Wie soll man das Feuer unter Kontrolle bekommen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Hier ist Unterstützung aus der Luft Gold wert. Denn aus der Vogelperspektive lässt sich alles schnell erfassen: Wo es brennt oder lodert, wie die Umgebung aussieht, wo Zufahrten möglich sind und wo das Löschwasser am sinnvollsten eingesetzt werden kann.

Genau aus diesem Grund plant die Freiwillige Feuerwehr Raubling den Aufbau einer Drohneneinheit. Mit der neuen Technik soll die Einsatzfähigkeit der Wehr verbessert und die Einsatzkräfte bei unterschiedlichsten Schadenslagen unterstützt werden. Die Idee entstand dabei nicht aus einer reinen technischen Begeisterung heraus, sondern aus der Erfahrung. „In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Situationen, in denen uns ein Blick aus der Luft wertvolle Zeit und wichtige Informationen geliefert hätte“, sagt Manuel Burghart, Zugführer bei der Feuerwehr Raubling.

Lageerkundung aus der
Vogelperspektive

Eine zentrale Aufgabe der Feuerwehr ist die sogenannte Lageerkundung. Dabei geht es darum, eine Einsatzstelle möglichst umfassend zu beurteilen, Gefahren zu erkennen und die vorhandenen Kräfte gezielt einzusetzen. Eine Drohne eröffnet hierbei neue Möglichkeiten: Sie liefert innerhalb kürzester Zeit Bilder und Informationen aus der Vogelperspektive und ermöglicht der Einsatzleitung einen Überblick, der vom Boden aus oft nur schwer oder mit größerem Aufwand möglich wäre.

Ein prägendes Beispiel war ein Waldbrand in Raubling. Burghart erklärt: „Damals konnten wir auf die Drohne einer örtlichen Tiefbaufirma zurückgreifen. Innerhalb kürzester Zeit erhielten wir einen Überblick über die tatsächliche Ausdehnung des Brandes und konnten erkennen, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit sich das Feuer ausbreitete. Diese Informationen waren für die Einsatzleitung von unschätzbarem Wert.“ Die Erfahrungen bestätigten den Wunsch, eine eigene Drohneneinheit aufzubauen.

Drohne bei der Wehr in
Kiefersfelden im Einsatz

So wie bei der Feuerwehr Kiefersfelden, wo seit 2004 eine Drohne im Einsatz ist. Die Drohneneinheit umfasst dort zwölf Kameraden, die den großen Drohnenführerschein erfolgreich absolviert haben, berichtet Schriftführer Michael Götzl. „Absolut unverzichtbar ist die Drohne bei der Personensuche im Wasser, aber auch zu Land“, betont er. Hier sei besonders die Wärmebildkamera hilfreich. Sie lässt sich auf einen bestimmten Temperaturbereich einstellen, sodass in diesem Suchbild die Umgebung quasi „ausgeblendet“ wird. So kann man sich nur auf den Bereich konzentrieren, den die Kamera als Wert abgespeichert hat.

Bei Bränden kommt die Drohne ebenfalls zum Einsatz. Hier kann man mithilfe der Wärmebildkamera zum Beispiel Glutnester aufspüren. Die hochauflösende Kamera wird für die Lageerfassung genutzt – durch die Vogelperspektive kann Material und Personal viel effektiver eingesetzt werden. Ohne Drohne müsste die Lage erst erkundet werden. Damit verhilft die Drohne zu einer schnelleren Reaktion mit weniger Risiken für die Einsatzkräfte.

„Bei unserer Drohne gibt es immer einen Drohnen- und Kamerapiloten, die sich jeweils die Steuerung von Kamera und Drohne teilen“, erklärt Götzl. Damit kann sich jeder auf seine Aufgabe konzentrieren – die Steuerung der Drohne und das Im-Blick-Behalten der Kamera. Die Drohnenführer brauchen einen guten Orientierungssinn, eine gute räumliche Wahrnehmung sowie ein gutes Auge. Der Führerschein setzt sich aus einem Theorie- und einem Praxisteil zusammen und ist je nach Flugschule in zwei bis drei Tagen absolviert.

Professionelle
Einsatzdrohne

Eine solche Drohneneinheit soll nun auch in Raubling aufgebaut werden. Die Initiative für das Projekt kam aus den eigenen Reihen der Feuerwehr. Kameradinnen und Kameraden beschäftigten sich bereits seit mehreren Jahren mit den Möglichkeiten moderner Drohnentechnik und sahen deren Nutzen für den Feuerwehrdienst, wie Manuel Burghart berichtet. Mit der geplanten Beschaffung soll nun ein professionelles Einsatzsystem geschaffen werden, das speziell auf die Anforderungen von Feuerwehr und Katastrophenschutz zugeschnitten ist.

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