Halluzination beim Hausbau

von Redaktion

Die Risiken von Künstlicher Intelligenz bei Beratung und Analyse

Künstliche Intelligenz (KI) und darauf basierende Programme wie etwa ChatGPT sind auf dem Vormarsch und dringen in immer mehr Felder sozialer und wirtschaftlicher Interaktionen vor. So auch im Baugewerbe: KI dient hier als Helfer für immer mehr Aufgaben. Private Bauherren greifen ebenfalls zunehmend auf KI zurück, wenn sie ihr neues Eigenheim planen oder im Bestand sanieren wollen. Das Ziel: Kosten und Zeit sparen. Ein Vorgehen, das allerdings einige Risiken mit sich bringt.

Bei bautechnischer
Beratung fragwürdig

So warnt der Verband Privater Bauherren deutlich vor einer sorglosen Benutzung von Künstlicher Intelligenz im Zusammenhang mit Bauvorhaben. „KI ist sicherlich eine schöne Sache, aber aufgrund des Halluzinierens hinsichtlich bautechnischer Beratung doch sehr fragwürdig“, sagt der VPB-Bausachverständige Norman-Marcel Dietz. Er berichtet von mehreren Anfragen, die eindeutig mit KI erzeugt worden seien. „Dabei wurden unter anderem Untersuchungsmethoden vorgeschlagen, die mehrere Tausend Euro verschlingen würden“, berichtet Dietz. Und damit sind sie laut dem Sachverständigen für bestimmte Fälle deutlich zu teuer.

Problematisch wird es laut dem VPB auch, wenn Bauherren mit KI Schäden analysieren wollen, um sich juristisch zu wappnen. „Wenn Laien zum Beispiel Risse im Neubau mittels KI beurteilen, können sie zu recht spannenden Erkenntnissen kommen, was angeblich falsch gelaufen ist“, weiß Dietz aus Erfahrung. „Wer sich auf fragwürdige KI-Aussagen stützt, verliert im schlimmsten Fall durch einen erfolglosen Rechtsstreit viel Geld.“ Private Bauherren müssten deshalb nicht unbedingt einen großen Bogen um KI machen, doch sie brauchten Orientierung über die Möglichkeiten – und Grenzen. „Vor allem gilt“, so Dietz, „KI ist eine gute und praktische Ergänzung, aber kein Ersatz für echte Fachleute“. So kann KI in der Planungsphase und auch beim Hausbau selbst laut VPB ein nützliches Werkzeug sein. KI-gestützte Tools reduzieren den Zeitaufwand für eine Reihe von Tätigkeiten erheblich. Attraktiv für private Bauherren sind vor allem die Visualisierungsmöglichkeiten. Doch je konkreter es wird – bei der Planung, beim Bau und mit Blick auf die finanziellen Aspekte –, empfiehlt der VPB Bauherren dringend, echten Menschen und deren Expertise zu vertrauen. C. Kastenbauer

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