Die Bilder vom Wassernotstand 2024 in Spanien gingen um die Welt. In Deutschland gab es das bislang so noch nicht. Doch auch hierzulande nehmen die Sommer zu, in denen Hitze und Trockenheit die kommunale Wasserversorgung dazu zwingen, Maßnahmen zu ergreifen.
„Deutschland ist bislang noch ein sehr wasserreiches Land“, sagt Sebastian Lummel vom Dezernat Bauen und Umwelt beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in Berlin. Dennoch kam es in der Vergangenheit regional begrenzt schon zu Situationen, in denen die Wasserversorger vorsorglich die Verbraucher zum Wassersparen aufgerufen haben. In einer vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Auftrag gegebenen Umfrage berichtete gut ein Viertel der befragten 127 Wasserversorger von zeitweise angespannten Versorgungssituationen in den vergangenen Jahren. „Wir setzen vor allem auf proaktive Kommunikation“, sagt VKU-Vizepräsident Karsten Specht. Die Verbandsmitglieder versorgen rund 90 Prozent aller Einwohner in Deutschland mit Trinkwasser. Die Erfahrung zeige: Wenn man die Menschen auffordert, sorgsam mit Wasser umzugehen, zeigt das Wirkung. Die Bitte, etwa Regenwasser zum Gießen zu verwenden oder die Dusche während des Einseifens abzudrehen, führt zu weniger Verbrauch. „Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zu behördlich angeordneten Nutzungsbeschränkungen“, sagt Specht.
„Viele Landkreise haben Allgemeinverfügungen in der Schublade. Damit kann man dann zum Beispiel die Wasserentnahme aus Flüssen sowie Bächen oder das Befüllen von Pools einschränken“, so Specht. Grundsätzlich ist Wasser ein Allgemeingut, welches von allen genutzt werden darf. Das Recht auf eine Versorgung mit Trinkwasser ist übrigens ein Menschenrecht. Beabsichtigt eine Kommune, die Wassernutzung einzuschränken, ist die zwingende Voraussetzung, dass das Wasser knapp werden könnte, sagt Rechtsanwalt Olaf Dilling. Die getroffenen Maßnahmen müssten zudem dazu geeignet sein, diese Gefahr abzuwehren. Dpa