Nacktes Vergnügen zum günstigen Preis

von Redaktion

Zwei Zylinder und 64 PS für 5.999 Euro: Erfahrungen mit der unverkleideten Voge 625R

In der Motorrad-Mittelklasse hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, das Angebot wird immer größer, die Preise sind oft attraktiv. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben die chinesischen Hersteller. Ein Beispiel: Die unverkleidete Voge 625R kostet 5.999 Euro. Wir waren mit dem nackten Bike unterwegs.

Obwohl die Marke seit etlichen Jahren auf dem hiesigen Markt präsent ist, muss man immer noch erklären, um wen es sich bei Voge handelt. Voge gehört zur Loncin-Gruppe. Dieser chinesische Hersteller baut jährlich rund 2,5 Millionen Motorräder und beliefert unter anderem auch BMW, Honda und MV Agusta. Also kein Hinterhofschrauber mit zweifelhafter Qualitätsanmutung.

Die 625R ist ein Motorrad, das einen rundum soliden Eindruck macht. Sie ist mehr als ordentlich verarbeitet und für diese Preisklasse sehr gut ausgestattet. Der Druck auf den Startknopf weckt den flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder, der – entgegen der aufgrund der Typbezeichnung vermuteten – nicht 625, sondern 581 Kubikzentimeter Hubraum hat und mit einer Leistung von 64 PS angegeben ist. Diese Leistung reicht, um das 202 Kilogramm schwere Motorrad adäquat auf Trab zu bringen. Die Voge ist kein Sprinter oder Sportler, aber ein Bike, mit dem man durchaus auch ambitioniert unterwegs sein kann. Lenkung, Fahrwerk und Bremsen machen da auf gutem Niveau mit. Dazu kommen gut dimensionierte und vibrationsfreie Spiegel, gut zu bedienende Schalter und ein Cockpit, das viele Infos liefert. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung hapert es mit der Ablesbarkeit. Dafür hat es einen Tag-Nacht-Modus, was in dieser Preisklasse ziemlich einmalig sein dürfte.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 185 km/h angegeben. Autobahnfahrten in diesem Geschwindigkeitsbereich sind aber auf der unverkleideten Voge keine sinnvolle, geschweige denn eine freudenspendende Angelegenheit. Am meisten Spaß macht die entspannte Runde auf der Landstraße, gerne mit vielen Kurven versehen. Dabei ist es dann auch kein Problem, den vom Hersteller angegebenen Verbrauch von knapp vier Litern zu realisieren. Dank 16,6-Liter-Tank kann man also zumindest theoretisch Etappen von über 400 Kilometern zurücklegen. Was will man mehr für diesen Preis? VOLKER PFAU

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