Ist dem Bauleiter zu trauen?

von Redaktion

Wie sich private Bauherren gegen Pfusch am Bau absichern können

Der Verband Privater Bauherren (VPB) gilt als recht kritisch eingestellt gegenüber Baufirmen. Das ist in gewisser Weise sein Job, ist er doch als Lobbyist für Privatpersonen da, die – oft Laien – es sich in den Kopf gesetzt haben, ein Bauprojekt zu realisieren. Und dazu braucht es eben besagte Bauunternehmen, die bei kritischer Betrachtung hin und wieder dazu neigen, dem unkundigen Kunden ein X für ein U vorzumachen. Über eben diesen Pfusch am Bau klagt auch der VPB.

Steht der Bauleiter im
Lager der Baufirma?

Im Blick hat er hier vor allem den Schlüsselfertiganbieter, der alles aus einer Hand anbietet, auch die Planung. Dieser Anbieter stellt in der Regel einen Bauleiter, der die Arbeitsausführung vor Ort überwachen soll. Hier führt der VPB in einer Pressemeldung bereits den ersten Kritikpunkt an: Der Bauleiter gehe seiner überwachenden Tätigkeit als Angestellter oder Beauftragter des Bauunternehmens nach, stünde also in dessen Lager. Kurz gesagt: Dem Bauleiter gilt es dem VPB zufolge in seiner Qualitätskontrolle unbedingt zu misstrauen – und ein tatsächlicher Experte tue Not: „Baulaien sollten also spätestens zur Planungskontrolle Bausachverständige an Ihre Seite holen, die im Verbraucherbaubereich erfahren sind“, betont Holger Freitag, VPB-Vertrauensanwalt.

Je früher Pfusch am Bau bemerkt wird, desto eher spart man Mühen und Kosten. Kleine unentdeckte Mängel können im Lauf der Zeit große Folgeschäden anrichten: eine defekte Wasserrohrdichtung etwa, die über einen längeren Zeitraum in kleiner Dosierung große Bereiche des Mauerwerks durchfeuchtet, bevor irgendwo eine feuchte Stelle oder Schimmelbildung die Existenz dieses Mangels verrät. Eine akkurate Umsetzung ist auch gefragt, wenn private Bauherren von staatlichen Fördergeldern profitieren möchten: „Wer ein Effizienzhaus 40 errichten lässt, bei dem sich am Ende herausstellt, dass diese Eigenschaft verfehlt wurde“, so Freitag, „geht am Ende leer aus.“

Dennoch gibt es natürlich auch Schlüsselfertiganbieter, die einen guten, verlässlichen Job machen. Grundsätzlich verbietet sich der Generalverdacht. Für private Bauherren lohnt sich wie bei allen anderen Dienstleistern vor Vertragsabschluss der Vergleich: Bewertungen im Internet können helfen, aber am besten ist die persönliche Empfehlung. Christoph Kastenbauer

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