In den kommenden Wochen geht es auf der Sechs-Platz-Anlage am Bachwiesenweg der Tennisler des SV Bruckmühl (SVB) richtig rund. So präsentieren sich die SVBler nicht nur bei einer Vielzahl von sportlichen Aktivitäten um Spiel, Satz und Sieg auf dem roten Spielbelag, sondern auch auf dem gesellschaftlichen Parkett. Grund hierfür sind vor allem die Aktivitäten und Festivitäten rund um das diesjährige 75. Spartenjubiläum.
Jubiläums-Abend
am 1. August
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet der Jubiläumsabend am 1. August in der Bruckmühler „Kulturmühle“ mit den Spartenmitgliedern und vielen geladenen Gästen.
Die 251 „Rot-Weißen Tennisler“ können in den zurückliegenden gut sieben Jahrzehnten auf eine beeindruckende Historie samt spektakulärer sportlicher Erfolgsstory mit bundesweiter Beachtung verweisen. Grund zum Feiern gibt es also genug.
Aktuell schlagen die SVB Tennisler ambitioniert und hoch motiviert mit acht Erwachsenen- und zwei Jugend-Teams bei den Medenspielen des Bayerischen Tennisverbandes (BTV) auf. Dabei liegt der Fokus vor allem auch auf einer zielgerichteten, intensiven und koordinierten Nachwuchsarbeit. Zur sportlichen Abrundung wird zudem der Breitensport-Ausrichtung mit diversen Aktivitäten gebührend Rechnung getragen.
Vereinsgründung
am 30. März 1951
Doch zurück zu den Wurzeln des weißen Tennissports in Bruckmühl mit einem Blick in die Sparten-Chronik. Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung befasste sich die Vorstandschaft des SVB am 30. März 1951 mit der Platzfrage für eine Tennisanlage. Die Versammlung kam zu dem Entschluss, dass die Erstellung eines Tennisplatzes aus Kostengründen und unter logistischen Gesichtspunkten nur im direkten Anschluss an den bereits bestehenden Fußball- und Sportplatz des Vereins erfolgen kann.
Laut Aktenlage „gestattete“ sich die Chefetage des SVB nach dieser Grundsatzentscheidung ein Schreiben vom 12. April 1951 an die Geschäftsleitung der Bayerischen Wolldeckenfabrik Bruckmühl (BWB) zu richten. Inhalt: die Bitte zur Überlassung eines Geländestreifens in Mangfall-Nähe im Rahmen eines Pachtverhältnisses für den Bau eines Tennisplatzes.
Mit Antwortschreiben vom 14. April 1951 zeigte sich die BWB bereit, trotz größter psychologischer und seelischer Bedenken – „… in Bruckmühl müssen Menschen noch unter Hunger leiden und hausen in Elendswohnungen …“ – das betreffende Grundstück dem SVB für eine jährliche Anerkennungsgebühr von einer Mark zu überlassen.
Bereits 13 Tage später fand eine Versammlung von Tennisbegeisterten statt, bei der die Zielvorgabe – Gründung eines Tennis-Clubs innerhalb des SVB – beherzt angepackt wurde. Am späten Abend stand das Ergebnis fest: Erster Vorstand Dr. Werner Münch, Kassier Veronika Braun und Schriftführer Gert Gauklitz. Quasi nur Stunden danach wurden die Hemdsärmel hochgekrempelt, Schaufeln, Spaten und Hacken mit Muskelkraft in Bewegung gebracht.
Erste Tennisplätze
entstehen in Eigenarbeit
Lohn der arbeitsintensiven Pionierarbeit: Am 30. Juni des gleichen Jahres konnten mit einem Festakt die ersten zwei Tennisplätze für den Spielbetrieb freigegeben werden. Die Kosten beliefen sich auf 5.500 Mark, die komplett durch Spenden und Eigenleistung gestemmt wurden.
Die Jahres-Mitgliederbeiträge betrugen zur damaligen Zeit: Einzelpersonen 60 Mark (Aufnahmegebühr 20 Mark), Ehepaare 90 Mark (Aufnahmegebühr 30 Mark), Studenten 35 Mark und Jugendliche 40 Mark. Der Balljunge bekam für seine Laufarbeit 40 Pfennige pro Stunde. Die Spielbekleidung war komplett weiß.
Am 13. September 1951 gab es bereits die ersten offiziellen Ranglisten der Herren A und B sowie der Damen. Drei Wochen später fand auf Vermittlung von Veronika Braun das erste Turnier gegen den TC Rot-Weiß Stuttgart auf der vereinseigenen Sandplatzanlage statt.
Ein eigenes Clubhaus für
die Tennisler
Parallel dazu liefen die Infrastrukturplanungen. So feierten die SVB-Tennisler im August 1955 am „Östlichen Dammweg“ die Fertigstellung ihres ersten eigenen „Clubhauses“ in Holzbauweise.
Laut Annalen musste der „weiße Tennissport“ im Gegensatz zu normalen Sportvereinen in den Gründerjahren gegen viele Vorurteile ankämpfen, ehe er sich in die Kategorie „Breitensport“ einreihen durfte.
Die Sparten-Chronik wirft 1961 einen Mitgliederstand mit 68 Tennisbegeisterten aus. Diese Menge löste schon kurze Zeit später weitere Platzbegehrlichkeiten aus. So stand erstmalig in der Jahreshauptversammlung vom 6. April 1964 eine Anlagenerweiterung von zwei Plätzen auf der Agenda.
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