Starkregen wird zu einer immer größeren Herausforderung – gerade für Hausbesitzer, die ihre Immobilie vor Wasserschäden schützen wollen. Im Sommer verschärft sich das Problem, wenn nach einer langen Hitzewelle in kurzer Zeit große Wassermassen herunterkommen: Der ausgetrocknete Boden kann das Nass nur sehr begrenzt aufnehmen. Wer ein Grundstück sein Eigen nennt, kann dennoch einiges tun, um Regenwasser vom Haus fernzuhalten – etwa indem man mehr Versickerungsfläche schafft.
Stellflächen und
Einfahrten entsiegeln
Dichtes Pflaster, Asphalt und Beton erhöhen das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen. Vorgärten, Stellflächen und Garageneinfahrten lassen sich entsiegeln. Was mit Pflaster, Schotter, Kies oder Splitt versiegelt wird, lässt sich mit Hacke und Schaufel selbst aufbrechen. Bei Beton- und Asphaltdecken benötigen private Bauherren die Hilfe eines Fachbetriebs. „Damit eine Voll- oder Teilentsiegelung im gewünschten Sinn wirkt, muss sie in jedem Fall fachgerecht geplant und umgesetzt werden“, betont Michael Fritsche, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). „Welche Flächen sich potenziell entsiegeln lassen und was genau dort infrage kommt, hängt zum einen vom Standort ab, zum anderen von der kommenden und vorherigen Nutzung – Letzteres mit Blick auf Altlasten.“
Unabhängige Bausachverständige können hierbei Orientierung geben: „So sollte man bei einer Hanglage mit einem Gefälle von mehr als zehn Prozent in der Regel nur bestimmte teildurchlässige Oberflächenbefestigungen verwenden“, rät Fritsche. Dazu gehören Rasengittersteine und -platten sowie Poren- und Sickerpflaster. Ungeeignet sind hingegen Rindenmulch, Splitt oder eine wassergebundene Wegedecke wie bei Schotter- und Kieswegen. Da käme zu schnell etwas ins Rutschen. Eine vollständige Entsiegelung wie mit Pflanzenbeeten ist bei einem derartigen Gefälle nur bedingt geeignet.
„Versickert das Niederschlagswasser bei einer Teilentsiegelung nicht vollständig, besteht vielleicht die Möglichkeit, den Überfluss in eine tiefergelegene angrenzende Rasenfläche oder Mulde zu leiten“, sagt Fritsche. Neige sich dagegen die teilentsiegelte Fläche in Richtung des öffentlichen Straßenraums, sei es angesagt, das Niederschlagswasser mithilfe einer Entwässerungsrinne zu einer versickerungsfähigen Fläche zu leiten.
Auch einen Blick in den Untergrund sollte man werfen. Die meisten Leitungen, Rohre und Kabel verlaufen zwar im öffentlichen Straßenland, einige können sich jedoch auch unter Privatgrund befinden und bei Tiefbauarbeiten beschädigt werden. Mtm