Seit Wochen dasselbe Bild: Ab Freitag stockt und staut sich der Wochenendverkehr auf den Autobahnen. Die Urlaubsreisewelle schwappt ihrem Höhepunkt entgegen. Oft wird geraten, besser möglichst unter der Woche oder ganz früh morgens sowie nachts zu starten. Denn dann kann man den Berufsverkehr und die Hauptstauzeiten umgehen. Außerdem ist es nachts kühler und die Kinder schlafen auf der Rückbank. Doch: Wie funktioniert das ausgeruht und sicher?
Tipps vom
ACV Automobil-Club
• In Ruhe packen: Um optimal vorbereitet zu sein, gilt grundsätzlich erst mal: Alles, was für die Reise nötig ist, sollte rechtzeitig und in Ruhe vorbereitet sein. Koffer packen, einladen, Dokumente parat legen, Auto checken und tanken.
• Vor der Nachtfahrt schlafen oder durchmachen? Darauf findet der ACV eine klare Antwort: schlafen. Schon müde losfahren, etwa nach einem langen Arbeitstag, um schnell noch „Kilometer machen“ zu können, davon ist dringend abzuraten. Dann nämlich ist mit Konzentrationsfehlern, längeren Reaktionszeiten und im schlimmsten Fall Sekundenschlaf zu rechnen. Mit Verweis auf Studien nennt der ACV als groben Richtwert: Nach rund 17 Stunden ohne Schlaf können Leistungseinbußen auftreten, die mit etwa 0,5 Promille Alkohol im Blut vergleichbar sind. Nach rund 22 Stunden ohne Schlaf kann die Beeinträchtigung einem Niveau von etwa 1,0 Promille entsprechen. Und: Bereits einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag helfen vor einer Nachtfahrt. Von Vorteil ist, wenn zwei oder mehr Autofahrer an Bord sind, die sich beim Fahren abwechseln können.
• Wann fahre ich los? Hier ist der eigene Schlafrhythmus relevant. Es kommt weniger auf die tatsächliche Uhrzeit an, als auf die Ausgeruhtheit an sich. So kann etwa ein Start am sehr frühen Morgen oder nachts sinnvoll sein, wenn man ausreichend geschlafen hat zuvor. Doch bei vielen Menschen falle diese Phase noch in die zweite Nachthälfte. Dann sei bei vielen die innere Uhr noch „auf Schlaf“ gestellt. Tipp in diesem Fall: Die erste Pause bewusst früh einlegen.
Wer spätabends starten will, sollte darauf achten, dass der Tag zuvor ruhig war und man noch vorher schlafen konnte. Immer gilt: Ausgeruht starten, keine zu langen Etappen auf einmal fahren und sich möglichst am Steuer abwechseln.
Ein paar Kilometer
schaffe ich noch …
Lieber nicht! Und sei die Straße auch noch so leer und man noch so super vorankommt … Es gilt immer: Wer müde ist, macht Pause -– bei nächster Gelegenheit. Die Überlegung „Nur noch 40 Kilometer, dann machen wir Pause“, nennt der ACV schlechte Gedankenmuster. Typische Anzeichen für Müdigkeit und für eine dringliche Pause sind demnach:
• Man muss häufig gähnen, die Augenlider werden schwer oder man blinzelt öfter.
• Die Augen brennen, es fröstelt einen oder man bemerkt innere Unruhe.
• Tunnelblick oder nachlassende Aufmerksamkeit.
• Verpasste Schilder, Ausfahrten oder Tempolimits.
• Es fällt schwer, die Spur sauber zu halten.
• Der Eindruck, sich an die letzten Kilometer kaum noch erinnern zu können. dpa-tmn