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Herrlich erfrischend: die Yuzu-Kreationen.
Der Mirabellgarten gehört mit rund einer Million Besuchern jährlich zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Salzburgs. Seit Kurzem bereichert die angrenzende Orangerie das Areal um eine neue Attraktion: das monumentale Sattler-Panorama, das die vergangenen Jahre in der Neuen Residenz am Residenzplatz ausgestellt war. Um das 25 Meter lange und knapp fünf Meter hohe Gemälde gebührend in Szene zu setzen, hat das neue Museum einen eigenen verdunkelten Raum geschaffen. Dort spazieren die Besucher hinein und steigen wenige Treppenstufen auf ein Podest hinauf und voilà: Schon hat man einen faszinierenden 360-Grad-Blick auf Salzburg und die Umgebung – wie es von der Festung Hohensalzburg aus vor 200 Jahren aussah.
Von 1825 an arbeitete Johann Michael Sattler etwa vier Jahre an diesem Werk. Immer wieder stieg er für die Vorzeichnungen die Festung hinauf, um möglichst detailgenau Kamine, Häuserzeilen, Fensterachsen, den Verlauf der Salzach und die Topographie korrekt wiederzugeben. Nach der Fertigstellung reiste er mit seiner Familie viele Jahre in ganz Europa herum, um sein Werk (natürlich gegen eine Eintrittsgebühr) zu zeigen. „Man kann sagen, dass er damit recht erfolgreich Werbung machte für Salzburg und die Umgebung“, erklärt Museumsleiter Martin Hochleitner lächelnd.
Die Medieninstallationen im Vorraum der Orangerie erlauben digitale Einblicke in die Details dieses Panoramas: Wer genau hinsieht, entdeckt beim Zoom ins Gemälde zum Beispiel auch kleine Gags wie eine Vespa oder ein Handy am Ohr eines Salzburgers. Die haben die Restauratoren hineingemalt und sie sind natürlich nur bei ganz starker Vergrößerung in dem städtischen Geschehen sichtbar. Finanziert wurde die Instandsetzung teilweise mittels Crowdfunding, indem die Besitzer der dargestellten Häuser jeweils ihren Teil der Restaurierung bezahlten. Die interaktiven Stationen sind multimedial und nonverbal gestaltet – sodass Besucher jeden Alters und jeder Nationalität tiefer in die Geschichte der Unesco-Weltkulturerbestadt und das schöne Panorama eintauchen können. Das Museum ist außerdem komplett barrierefrei gestaltet.
Das Brüllen des
Salzburger Stiers
Was liegt näher, als im Anschluss die Festung Hohensalzburg zu besuchen und einen aktuellen Blick auf die Festspielstadt an der Salzach und die Umgebung zu werfen – ganz wie Johann Michael Sattler es vor 200 Jahren getan hat? Auch heute noch leben in einigen Räumen der Burg etwa 20 Personen in neun Wohnungen. Stefan Haslacher ist einer von ihnen und zudem geprüfter Austria Guide. Mit ihm betrachten wir die Entwicklung der Burg in Gestalt einiger Holzmodelle. Deren Anfänge gehen auf die Zeit um 1070 als Wehranlage zurück und sind auch nach seiner Ansicht in ihrer Funktionalität „immer noch modern gestaltet und mit allen Schikanen ausgestattet“, wie Haslacher erzählt. Wir erkunden die verwinkelten Ecken und Turmaufgänge, besichtigen die „Goldene Stube“ mit einem opulenten Kachelofen aus dem Jahr 1501 und besuchen das gut erhaltene Fürstenzimmer aus der Spätgotik. Auf der Burg steht auch der sogenannte Salzburger Stier. Hier handelt es sich nicht um ein Tier, sondern um ein altes Hornwerk, das 1502 vom Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach in Auftrag gegeben wurde. Der eigentümliche Name für die Orgel leitet sich von seinem markanten Klang ab, der die Salzburger an das Brüllen eines Stiers erinnerte: Morgens kündigte er das Öffnen der Stadttore an, abends signalisierte er deren Schließung. 1640 wurde das Instrument zu einer mechanischen Spielorgel erweitert und im 18. Jahrhundert kamen Melodien von Johann Ernst Eberlin und Leopold Mozart hinzu. Heute erklingen die Kompositionen täglich um 7 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr – direkt nach dem Glockenspiel in der Neuen Residenz Diana Thies-Kuchenbecker