„Unser Volksfest ist für alle da“

von Redaktion

Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber über Lieblingsmomente und ihre Wünsche für die Wiesn 2026

Elf Tage Mühldorfer Wiesn – für Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber bedeutet das Protokoll, Politik und ganz viel persönliches Herzblut. Im Interview spricht sie über Nervosität beim Anzapfen, ihren perfekten Wiesnabend und die wachsenden Anforderungen an die Sicherheit.

Wie groß ist Ihr Bierdurst beim Volksfest – Protokollschluck oder trinken Sie gerne eine Mass?

Ehrlich gesagt bin ich keine große Biertrinkerin. Aber zum Volksfestauftakt darf es zumindest mehr sein als der Protokollschluck.

Wie oft sind Sie schon gefragt worden, wie es um Ihr Können beim Anzapfen bestellt ist? Sehen Sie dem gelassen oder mit gemischten Gefühlen entgegen?

Schon sehr oft inzwischen. Natürlich werde ich ein wenig nervös sein, erstmals vor so vielen Leuten anzuzapfen, aber Sorgen mache ich mir deswegen keine. Das Festbier wird fließen!

Was ist Ihre Notfallstrategie, wenn der zweite Schlag nicht perfekt sitzt?

Dann muss es mein dritter Schlag wieder richten.

Dirndl-Frage: eher klassisch dezent oder auch mal Glitzer und knallige Farben?

Jeder, der mich kennt, weiß, dass es gern auch mal auffällige Farben sein dürfen. Beim Dirndl verzichte ich aber auf Glitzer.

Gibt es ein Trachtenstück, das für Sie tabu ist?

Tracht ist Tracht. Ich persönlich würde kein Mini-Dirndl anziehen, aber jeder darf gerne tragen, was er oder sie möchte.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch auf dem Volksfest?

Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Ich mag den Geruch nach gebrannten Mandeln und gebratenen Hendln. Mein Lieblingsgeräusch sind wahrscheinlich die angeregten Gespräche in den Festzelten.

Ihr persönlicher „Volksfest-Geheimtrick“, um kurz durchzuschnaufen?

Einfach eine kurze Auszeit. Das heißt, raus aus dem Zelt, eine kurze Runde über den Platz drehen oder mit dem Riesenrad fahren und dann ist der Kopf wieder frei – hat bisher noch jedes Mal funktioniert!

Was gehört für Sie zu einem perfekten Volksfestabend?

Ein lauer Sommerabend, eine ordentliche Brotzeit und gute Gesellschaft!

Und Ihr größter Wunsch für die Wiesn 2026?

Dass die Besucher aus nah und fern eine gute Zeit auf unserem Traditionsvolksfest haben, dass das Wetter einigermaßen mitspielt und das Fest friedlich verläuft. Mehr braucht‘s nicht.

Welche Rolle spielt das Volksfest in Ihrer eigenen Biografie – als Besucherin, nicht als Rathauschefin?

Ich bin schon lange regelmäßige Besucherin unseres Traditionsvolksfestes gewesen – zusammen mit meiner Familie. Ich habe jedoch die leise Vermutung, dass ich heuer ein Vielfaches mehr an Zeit auf unserem Volksfestgelände verbringen werde.

Wie oft haben Sie sich vorgenommen „Heuer geh ich früh heim“ – und sind dann doch bis zum Kehraus geblieben?

Wenn das vorkam, dann weil wir so viele nette Leute getroffen und angeregte Gespräche geführt haben.

Gibt es Fahrgeschäfte, die Sie bewusst meiden?

Anders herum ist es einfacher – Riesenrad und Autoscooter machen mir Spaß, bei allem anderen spielt mein Magen leider nicht mit.

Gibt es Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Volksfest, die Sie besonders ernst nehmen?

Unser Traditionsvolksfest ist eine Veranstaltung für alle. Wenn ich mitbekomme, dass es da an irgendwelchen Stellen hapert, nehme ich das sehr ernst! Viele Sachen bekommt man aber einfach nicht mit. Daher: wenn jemandem etwas auffällt, bitte ich darum, uns das zu melden, damit wir uns kümmern können. Vielen lieben Dank.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung für die Zukunft des Volksfests?

Bei Kosten und Publikum sehe ich keinerlei Probleme – die Besucherzahlen sind seit Jahren weitgehend ähnlich und die Kosten halten sich im kalkulierten Rahmen. Aber das Thema Sicherheit und die damit einhergehenden Vorschriften werden uns voraussichtlich weiter beschäftigen. Wir wollen schließlich ein sicheres Fest für alle ermöglichen und dazu müssen wir auch immer aufwendigere Vorschriften umsetzen.

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