von Redaktion

Der Burschenverein Altenbeuern feiert sein 40-jähriges Jubiläum. Was 1986 aus der Motivation junger Altenbeurer begann, eigene Wege zu gehen, hat sich über vier Jahrzehnte zu einer festen Säule des Dorflebens entwickelt.

Die Geschichte der Burschenvereinigung reicht in der Gemeinde weit zurück. Bereits im Jahr 1837 gründete der Schuhmachergeselle Erbacher in Neubeuern den „Burschenkrankenunterstützungsverein Neubeuern“, der kranke oder arbeitsunfähig gewordene Handwerker unterstützen sollte. Mitte des 19. Jahrhunderts, noch ohne Sozialversicherungssystem, sicherte der Verein damit fast alle Handwerker aus Neu- und Altenbeuern ab. Laut Chronik wurden sogar wandernde Handwerker in den Verein aufgenommen: „In einer Zeit, die noch keine öffentliche Fürsorge kannte, nahm sich der Verein der wandernden, verarmten Handwerksgesellen oder Meister an und blieb dieser sozialen Fürsorge treu bis zum heutigen Tag“, so Vorstand Hans Hurnaus zum 100-jährigen Bestehen 1937.

Die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit sorgten allerdings dafür, dass die Vereinsaktivitäten zum Erliegen kamen. Außerdem wurden die Leistungen des Vereins durch staatliche Sozialversicherungen quasi ersetzt.

Gründung des heutigen Burschenvereins

Im Jahr 1986 gab es beim Trachtenverein Altenbeuern einige Meinungsverschiedenheiten zwischen den jungen Trachtlern und der Vorstandschaft. Tänze und Bälle mit etwas modernerer Musik umrahmt, wurden oft nicht geduldet und mehr oder weniger im Namen des Trachtenvereins untersagt. Für einige Querulanten war dies Grund genug, kurzerhand einen eigenen Verein zu gründen, um derartige Veranstaltungen auf eigene Faust durchführen zu können.

So kam es am 10. November 1986 zur ersten Burschenversammlung in Altenbeuern mit 15 damals noch jungen Altenbeurern.

Aus dem Protokoll geht Folgendes hervor: „Man einigte sich dann gleich darauf, daß jeder von uns 100 DM auf ein für den Burschenverein errichtetes Konto einzahlt. Das Konto hat Konrad Paul bei der Raiffeisen angelegt wo 1.500 DM als Startkapital darauf waren. Es wurde gleich der Termin für den 1. Tanz festgelegt. Josef Paul hat eine Musikkapelle besorgt. Es sind die Sunflair gewesen.“

Gründungsmitglieder waren: Rainer Baumann, Albert Fritz, Georg Fritz, Konrad Fritz, Erhard Heiß, Georg Heiß, Simon Heiß, Josef Leitner, Andreas Paul, Josef Paul, Konrad Paul, Rupert Paul, Peter Poll, Markus Schmid und Josef Stuffer. Zum Gründungsvorstand wurde Peter Poll gewählt.

Voller Tatendrang wurde der erste Tanz organisiert, der am 28.11.1986 im Saal beim Dorfwirt Vornberger stattfand. Obwohl stolze 240 Eintrittskarten verkauft werden konnten, standen am Ende den Einnahmen von 1700 DM Ausgaben von 1800 DM gegenüber. Doch für die Vereinspioniere kein Grund aufzugeben: „Bei dieser Bombenstimmung und dieser guten Musik sind wir fast gezwungen weitere Veranstaltungen abzuhalten.“ (Burschenchronik 1986)

Und so folgte sogleich am 30.01.1987 der erste Faschingsball „Immerdurst mit blauem Auge“, bei dem jeder Gast ein blaues Auge aufgemalt bekam. Und dies sollte bei Weitem nicht die letzte Sause der Altenbeurer Burschen sein.

Zweck und Ziele
des Vereines

Der Burschenverein Altenbeuern ist anders als der Vorgängerverein kein klassischer Unterstützungsverein, doch der soziale Aspekt ging trotzdem nicht verloren. „Zweck des Vereins ist die Jugendhilfe, die Förderung der bayerischen Kultur, insbesondere des örtlichen Brauchtums und der Heimatpflege, sowie der Umwelt- und Denkmalschutz.“ (Satzung Burschenverein Altenbeuern § 2 Abs. 1). Dies soll vor allem durch kulturelle Veranstaltungen geschehen, bei denen die Jugend durch praktische Mitarbeit eingebracht werden soll. Außerdem soll der Verein Einzelprobleme des örtlichen Umwelt- und Denkmalschutzes aufgreifen und durch Vorschläge und praktische freiwillige Mitarbeit der Jugend Lösungen finden.

Zusätzlich dazu spendet der Burschenverein jährlich ca. 2000 Euro für gemeinnützige und soziale Zwecke. Dankende Spendenempfänger waren in den letzten Jahren etwa das BRK, die Jugendfeuerwehr Neubeuern, die Bergwacht Brannenburg, das Haunersche Kinderspital, das Christliche Sozialwerk, die Tafel Raubling oder der Förderverein der Musikkapelle Neubeuern. Außerdem wurde sich am Neubau der Stockschützenbahn in Neubeuern finanziell beteiligt.

Der Paragraf 4 zur Mitgliedschaft in der Satzung des Vereines wurde zur Jahreshauptversammlung am 03.05.2025 durch Abstimmung auf folgenden Wortlaut geändert: „Mitglied des Vereins kann jede ledige, männliche Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat, Ihren Lebensmittelpunkt überwiegend im Gebiet der Gemeinde Neubeuern hat sowie zum Zeitpunkt der Antragstellung dort auch seinen Wohnsitz hat.“ Zusätzlich bedarf es zur Neuaufnahme der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung. Jährliche Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben, lediglich eine einmalige Aufnahmegebühr von derzeit 50 Euro ist zu entrichten.

Heute zählt der Verein 89 aktive Mitglieder. Allein 2025 und 2026 konnten auch dank der Satzungsänderung 17 Neuburschen im Verein begrüßt werden. 109 Burschen sind seit Vereinsgründung durch Heirat oder Austritt ausgeschieden.

Reges Vereinsleben mit vielen Veranstaltungen

Das Ausrichten von Festivitäten gehört immer noch zu den Aktivitäten der Altenbeurer Burschen. Oft wurde dabei ein bereits vorhandenes Bierzelt genutzt wie etwa das Gaufestzelt in Neubeuern 2017, wo die legendäre Brasilnacht stattfand. Oder die „Burschenpower“ im Festzelt in Altenbeuern 2024, bei der drei verschiedene Bands ihr Repertoire zum Besten gaben.

Außerdem findet seit 2022 jährlich ein Bier- und Weinfest in Scheuern statt, das immer wieder zahlreiche Besucher anlockt. Die fleißigen Burschen verwandeln Tenne und Obstgarten in Scheuern dabei in eine gemütliche „Partylocation“, der Schafstall wird zur Burschenbar umgestaltet.

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