Die Macher hinter dem Volksfest

von Redaktion

Wie das Volksfest-Team die Fäden in der Hand hält

Rund 250.000 Besucher an elf Tagen, drei große Festzelte und ein riesiger Vergnügungspark: Das Mühldorfer Traditionsvolksfest ist ein gigantisches Uhrwerk. Damit vom ersten Anstich bis zum Kehraus jedes Zahnrad ineinandergreift, arbeitet Kulturamtsleiter Walter Gruber Hand in Hand mit einem eingespielten Kernteam. Zu dem zählen seit Jahren Doris Feil, Ordnungsamtsleiter Fritz Waldinger, Josephine Hauschild, die den Trachtenzug organisiert, und Platzmeister Alfred Leitl. Ein Blick auf die logistische Herkulesaufgabe hinter dem größten Fest der Region.

Drei Zelte, eine Wiesn:
Ein fein austarierter Mix

Dass Mühldorf auf drei Festzelte setzt, hat gute Gründe. „Um der Vielzahl an Besuchern eine ausgewogene Mischung bieten zu können, braucht es diese Vielfalt. Jeder Gast hat so die freie Wahl“, erklärt Walter Gruber. Damit es auf dem Platz harmonisch bleibt, wird im Vorfeld intensiv abgestimmt. Zwar genießt jeder Festwirt bei der Gestaltung von Gastronomie und Musikprogramm prinzipiell freie Hand, doch Speisen, Getränke und Showacts sind auch Teil des Zulassungsvertrags mit der Stadt Mühldorf.

Die Praxis zeigt: Das Erfolgsrezept liegt in der perfekten Ergänzung. Ein bunter Mix aus gelebter Tradition, Familienfreundlichkeit, Themenabenden wie Trachtenmodenschauen oder Kartenturnieren und mitreißendem Party-Programm zieht genau das breite Publikum an, das die Mühldorfer Wiesn ausmacht.

Verlagerung der
Großveranstaltungen

Eine wesentliche Neuerung betrifft die Festzeltkapazitäten: Um das Zeltgefüge stärker auszugleichen, wurden traditionsreiche Großveranstaltungen wie der „Tag des Landkreises“ und der „Tag der Senioren“ aus dem Spaten-Festzelt in die beiden anderen Zelte verlagert. „Die Verlagerung der beiden großen städtischen Veranstaltungen aus dem Spaten-Festzelt in die beiden anderen Zelte hat die Angleichung notwendig gemacht, sodass es heuer drei in etwa gleich große Festzelte gibt. Für die Besucher hat diese Kapazitätsanpassung keine großen Auswirkungen, sie haben die freie Zeitwahl und werden überall bestmöglich bedient“, so Walter Gruber.

Auch wenn jedes Zelt ein eigenständiges Profil schärft, dominiert hinter den Kulissen das Wir-Gefühl: „Wir bemühen uns um Ausgewogenheit zwischen den Festwirten wie auch mit allen anderen am Volksfest Beteiligten, wie Schaustellern und Betreibern der Verkaufsstände usw. Und natürlich achten wir bei der Planung der städtischen Veranstaltungen darauf, dass keine Konkurrenzsituation entsteht. Grundsätzlich wollen wir gemeinsam alle elf Tage gut bespielen.“

Ganzjährige Planung: Von
Riesenrädern bis Sicherheit

Wenn im Juli die ersten Masten am Festplatz emporwachsen, beginnt für Walter Gruber und Platzmeister Alfred Leitl die intensivste Zeit des Jahres. „Ab Aufbaubeginn sind wir wechselweise im Büro und vor Ort auf dem Platz – weit über die sonst üblichen Verwaltungsarbeitszeiten hinaus“, berichtet Gruber. Als erste Ansprechpartner stehen sie allen Schaustellern, Gastronomen und Helfern rund um die Uhr zur Seite.

Doch nach dem Volksfest ist vor dem Volksfest: Die Organisation beschäftigt das Rathaus-Team das ganze Jahr über. Zu den kniffligsten Aufgaben gehört es jedes Mal aufs Neue, die ideale Mischung aus Fahrgeschäften und Ständen zusammenzustellen. „Man kann bei einer Großveranstaltung nie die Wünsche aller Beteiligten zu 100 Prozent erfüllen. Aber unser Anspruch ist es, ein Paket zu schnüren, mit dem Ziel alle bestmöglich zufriedenzustellen.“

Besucherzahlen konstant,
Sicherheitsauflagen steigen

Ein Thema hat die Vorbereitungen in den vergangenen Jahren besonders stark verändert: das Sicherheitskonzept. Während Kosten und Besucherzahlen seit Jahren im kalkulierten Bereich liegen, steigen die gesetzlichen Auflagen kontinuierlich.

Fluchtwege, Zufahrtssperren und Einsatzpläne erfordern akribische Detailarbeit. Gruber betont jedoch das wichtigste Ziel dieser Bemühungen: Der Anspruch, dass all diese Maßnahmen für die Besucher vor Ort möglichst unsichtbar bleiben, damit alle unbeschwert feiern können.

Dass die Sicherheitsketten greifen, hat sich bereits im scharfen Einsatz bewiesen: Als vor einigen Jahren ein heftiges Unwetter den Festplatz innerhalb weniger Minuten unter Wasser setzte, funktionierte das Zusammenspiel mit den Einsatzkräften reibungslos. Wie perfekt ein Rädchen ins andere gegriffen hat, hat ihn tief beeindruckt. Sobald der Regen nachließ, sei der Platz wieder voller Menschen gewesen und die Stimmung blieb ungetrübt.

Großer Andrang beim
„Blick hinter die Kulissen“

Besonders am Herzen liegt den Organisatoren eine Initiative, die sich in den letzten Jahren zum echten Renner entwickelt hat: der „Blick hinter die Kulissen“. Dabei bekommen Kinder die Gelegenheit, den Festplatz von der sonst verborgenen Seite kennenzulernen. Die Nachfrage ist mittlerweile so hoch, dass die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss.

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