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Damit Bewerber im Vorstellungsgespräch nicht ins Schwitzen geraten, sollten sie sich die wahren Motive hinter scheinbaren Fangfragen verdeutlichen und auch mal eine Mikropause machen. Dazu rät Karriereberater und Buchautor Jochen Mai. Personalern geht es mit ihren Fragen nicht darum, jemanden bloßzustellen. Vielmehr testen sie laut Mai Selbstreflexion, Ehrlichkeit und Stressresistenz. Wer das versteht, könne jede heikle Frage in einen Pluspunkt verwandeln. Beispiel: „Haben Sie sich auch woanders beworben?“ Hier geht es um Ernsthaftigkeit der Bewerbung: Sucht jemand irgendeinen Job oder geht es genau um diese Stelle? Es reicht aus, wenn Bewerber ein, zwei konkrete Branchen nennen, statt einzelne Firmennamen aufzuzählen. Damit könne man seinen Fokus zeigen, ohne Konkurrenz offenzulegen.
Manche Fragen sind erwartbar oder provokant. Doch statt einzelne Fragen vorzubereiten oder auswendig gelernte Mustersätze aufzusagen, sollte man stattdessen im Gespräch kurz innehalten. Gerade bei provokanten Fragen lohnt es sich, einen Moment nachzudenken. Diese Mikropause wirkt Mai zufolge souverän und gibt Bewerbern Zeit, eine strukturierte Antwort zu formulieren, statt impulsiv zu reagieren. Am besten antwortet man kurz, knapp und ehrlich. Denn das Gespräch dient auch Bewerbern zur Prüfung, ob Stelle und Unternehmen passen. Letztlich ist jede Fangfrage eine Bühne – und eine Chance, mehr von sich zu zeigen. tmn