O sole mio!

von Redaktion

So trotzen Rom, Budapest, Barcelona und Co. der Hitze

40 Grad in Berlin und Paris? Was den Mitteleuropäern schwer zu schaffen macht, ist für die Menschen in Athen und Rom nicht außergewöhnlich. Ein Blick in den Süden, wie man dort mit Hitze umgeht.

In Rom: Chillen im Flussuferpark „Tiberis“

In Rom bewegen sich die Temperaturen seit Wochen um die 35 Grad. Bis zum Strand in Ostia fährt man eine Stunde. Das Ticket für die Vorortbahn ist billig: 1,50 Euro. Allerdings ist man nach 13 Stationen im Trenino völlig verschwitzt.

Wie erfrischt man sich in der Stadt selbst? Im Tiber badet niemand, die Wasserqualität erlaubt das nicht. Dafür chillen die Römer in den mittlerweile acht Flussuferparks entlang des Stroms. Jüngster Neuzugang hier ist der dauerhaft angelegte Park „Tiberis“ an der Ponte Marconi im Süden der Ewigen Stadt. Mehr als 100 neue Bäume, Spazierwege, Beachvolleyballfelder, ein Bocciaplatz, Liegestühle, ein Kiosk und ein flaches Wasserbecken sollen den „Tiberis“ zum neuen In-Treff der Römer machen.

Wer nicht chillen, sondern Rom trotz Hitze weitererkunden mag, findet am Kolosseum Abkühlung durch Sprühnebel oder steckt seinen Kopf unter einen der über 2000 Nasoni, die gusseisernen Trinkwasserbrunnen mit den gebogenen Hähnen. Sie gibt es schon seit anderthalb Jahrhunderten. Neuer sind die großen Apparate auf vielen Plätzen, aus denen man stilles und sprudelndes Wasser ziehen kann. Mit einer App lassen sich ihre Standorte ermitteln.

Gut zu wissen: Da die Römer im Hochsommer nur frühmorgens oder spätabends ihre Häuser verlassen, sind im August Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum oder das Pantheon bis kurz vor Mitternacht geöffnet. Und der Trevi-Brunnen, der tagsüber zwei Euro kostet, ist nach 22 Uhr kostenlos.

Athen: Wasser
für 50 Cent

In Athen sind Hitzewellen von über 42 Grad durchaus üblich. Die Menschen haben sich entsprechend angepasst. Alkohol trinkt tagsüber kaum jemand, stattdessen gibt es an jedem Kiosk Halbliter-Wasserflaschen für 50 Cent. Die griechischen Großstädte stellen während extremer Temperaturen öffentliche klimatisierte Räume zur Verfügung für jene, die keine Klimaanlage haben.

Für Berufstätige im Freien, etwa auf Baustellen und bei Lieferdiensten, ist die Arbeit ab vorhergesagten 40 Grad zwischen 13 und 17 Uhr verboten.

Wassernebelanlagen
in Bukarest

Das Schlimme an Bukarest im Sommer: Da die Stadt in einer Tiefebene liegt, steht die drückende Luft oft reglos. Daher hat die Stadtverwaltung neuerdings kühle Oasen geschaffen: Das Rathaus hat 71 öffentliche Institutionen und 200 Apotheken mobilisiert, die gratis klimatisierte Räume und Trinkwasser anbieten. Zudem gibt es an zentralen Plätzen Wassernebelanlagen, an denen man duschen kann.

Budapest: Baden
in der Donau

Deutlich mehr Raum zur Abkühlung bietet Budapest. Hier darf man an markierten Abschnitten der Donau baden und die legendären Schwimmbäder haben im Hochsommer länger geöffnet. Die Stadtverwaltung hat Hunderte Trinkbrunnen eingerichtet und besprüht abends die Straßen. Per Satellit werden dafür die Orte ermittelt, an denen mangels Grünfläche der Asphalt extrem glüht. Dort wird dann nachts der Sprenkler aufgedreht.

Spanien: Gazpacho
und Super-Inseln

Barcelona hat ein Netz von mehr als 500 Klimaschutzräumen. Diese „refugios climáticos“ sind klimatisierte öffentliche Gebäude wie Bibliotheken, Museen, Schulen, Pfarrhäuser und Bürgerzentren. Die katalanische Metropole setzt außerdem auf „Superilles“ (Super-Inseln): verkehrsberuhigte Häuserblocks mit viel Grün, schattenspendenden Bäumen und vielen Sitzgelegenheiten.

Auch Madrid und Sevilla haben ihr Angebot an klimatisierten Aufenthaltsräumen, Trinkwasserstellen, Wasserspielen sowie Sprühnebelanlagen erweitert. In Straßencafés sorgen Wasservernebler für Abkühlung, viele Plätze werden von Sonnensegeln beschattet. Und: Auf den Tisch kommen im Sommer Gerichte wie Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe, oder Salmorejo, kalte Tomatencreme. dpa/tmn

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