Kompaktes Debüt

von Redaktion

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Erste Eindrücke vom Leapmotor B05

Die Gattung der Drei-Liter-Autos ist ausgestorben. Die Spardiesel waren rollende Verzichtserklärungen, um den Verbrauch niedrig zu halten. Wie steht es eigentlich um Elektroautos? Ein Liter Diesel entspricht rund 10 Kilowattstunden (kWh). Setzt man (vereinfacht) den Wirkungsgrad des Stromversorgungssystems bei 50 Prozent an (er schwankt mit dem Energiemix), entsprechen 15 kWh einem Primärenergieverbrauch von drei Litern. Vor allem Kleinwagen liegen häufig darunter. Doch auch einige in größeren Segmenten. Der Leapmotor B05 liegt mit 15,8 (56,2-kWh-Batterie) oder 15,9 (67,1-kWh-Batterie) nach WLTP knapp drüber.

Das Auto des chinesischen Partners von Stellantis ist mitten im Kompaktsegment angesiedelt. Bei Ausstattung und Komfort aber an dessen oberem Ende. Mit vielen guten Ideen. Zum Beispiel beim Display, das sich bei der Lenkradverstellung mitbewegt. Gewöhnungsbedürftig: Fast alle Funktionen sind nur per Touchscreen aufrufbar, und – wie beispielsweise die Spiegelverstellung – zum Teil schwer zu finden.

Beim Fahren kaum Auffälligkeiten. Der B05 liegt elektroautotypisch satt auf der Straße und federt Unebenheiten gut weg. Lenkung und Bremsen arbeiten einwandfrei. Die Beschleunigung (6,8 Sekunden von 0 auf 100) ist gut. Ans Tempolimit von 170 gewöhnt man sich allmählich. Die Verkehrszeichenerkennung ist nicht immer zuverlässig, die Spurhaltung greift oft zu früh ein.

Unsere Route führte uns von der Klassikstadt Frankfurt von Mainhöhe zunächst bergauf ins hügelige Umland. Umso überraschender: Auf halber Strecke lag der Verbrauchswert bei 13,5 kWh/100 Kilometer. Freilich waren auf der Route neben Autobahnen und Landstraßen viele Ortsdurchfahrten, was sich beim Elektroauto verbrauchsreduzierend auswirkt. Zurück am Main waren es dann 12,7 kWh. Die Drei-Liter-Marke also deutlich unterboten.

Doch geht die Rechnung auch bei den Kosten auf? Beim spontanen Schnellladen und Preisen von 70 bis 80 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich kaum ein Vorteil. Mit Ladekarte oder Abo schon eher. Wer meist zu Hause lädt und dabei Solarstrom vom Dach oder variable Stromtarife nutzt, kann bei den Verbrauchskosten deutlich günstiger fahren als mit Benzin oder Diesel. Und der Einstandspreis? 27.900 Euro (kleine Batterie) und 31.900 Euro (große Batterie) sind auf dem Niveau kompakter europäischer Verbrenner. MARTIN PREM

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