Elektroautos, E-Roller und E-Bikes haben eines gemeinsam: Sie beziehen ihre Energie aus einem Akku. Beim Laden gibt es jedoch große Unterschiede. Während ein E-Auto zu Hause idealerweise an einer Wallbox Strom bekommt, reicht bei E-Bike und E-Scooter meist eine normale 230-Volt-Steckdose. Auch unterwegs unterscheiden sich die Möglichkeiten erheblich. Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann die Akkus sicher laden und ihre Lebensdauer verlängern.
E-Auto: Zu Hause
am besten mit der Wallbox
Ein E-Auto lässt sich grundsätzlich auch an einer normalen Steckdose laden. Für den regelmäßigen Betrieb ist das allerdings keine gute Lösung. Eine Haushaltssteckdose ist nicht dafür ausgelegt, über viele Stunden hohe Ströme abzugeben. Alte Kontakte, lockere Klemmstellen oder eine nicht optimal ausgelegte Elektroinstallation können sich erwärmen und im schlimmsten Fall einen Brand verursachen.
Für das regelmäßige Laden zu Hause ist deshalb eine Wallbox, also eine fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge, die bessere Lösung. Eine typische Wallbox liefert elf Kilowatt Ladeleistung. Damit lässt sich ein Akku mit beispielsweise 60 Kilowattstunden – abhängig von Ladezustand, Fahrzeug und tatsächlicher Ladeleistung – in etwa fünf bis sechs Stunden vollständig laden.
Die Installation sollte eine qualifizierte Elektrofachkraft übernehmen. Die elektrische Anlage und der Hausanschluss müssen geprüft werden. In Deutschland müssen Ladeeinrichtungen beim Netzbetreiber gemeldet werden.
Schnell-Laden unterwegs
Unterwegs wird das E-Auto an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen (AC-Ladesäulen) meist mit einem Typ-2-Stecker geladen. Für schnelles Laden auf längeren Strecken kommen Gleichstrom-Schnelllader (DC-Schnelllader) zum Einsatz. Bei vielen modernen Autos wird dafür ein Combined Charging System (CCS) verwendet, ein in Europa verbreiteter Standard für das Gleichstrom-Schnellladen.
An solchen Schnellladesäulen können moderne Fahrzeuge teilweise in 20 bis 30 Minuten mehrere hundert Kilometer Reichweite nachladen. Wie schnell tatsächlich geladen wird, hängt allerdings stark vom Fahrzeug, vom Ladezustand, von der Temperatur des Akkus und von der Leistungsfähigkeit der Ladesäule ab.
Bei der Reichweite ist die Entwicklung inzwischen weit fortgeschritten. Aktuelle Modelle erreichen nach „Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“ (WLTP), dem europaweit genutzten standardisierten Prüfverfahren zur Ermittlung von Verbrauch und Reichweite, teilweise 600 bis knapp 800 Kilometer. Im realen Straßenverkehr liegt die Reichweite meist niedriger, insbesondere bei hohem Autobahntempo, Kälte, Gegenwind oder voller Beladung.
E-Roller: Einfach laden
an der Steckdose
Elektroroller haben in der Regel größere Akkus als E-Scooter oder E-Bikes. Geladen werden sie meistens mit einem speziellen Ladegerät an einer normalen 230-Volt-Steckdose. Eine besondere Ladesteckdose oder Wallbox ist bei den meisten Modellen nicht erforderlich. Wichtig ist, ausschließlich das vom Hersteller vorgesehene Ladegerät zu verwenden und den Akku nur in einer trockenen, gut belüfteten Umgebung zu laden.
Bei der Reichweite gibt es große Unterschiede zwischen den Modellen. Moderne E-Roller schaffen je nach Akkugröße und Fahrzeugklasse häufig 100 bis 200 Kilometer oder mehr mit einer Ladung. Die tatsächlich erreichbare Reichweite liegt allerdings oft darunter. Geschwindigkeit, Gewicht des Fahrers, Außentemperatur, Steigungen, Gegenwind und Fahrweise haben einen erheblichen Einfluss.
Unterwegs können E-Roller an geeigneten öffentlichen Ladepunkten oder – sofern das Ladegerät dafür ausgelegt ist – an einer normalen Steckdose geladen werden. Bei Modellen mit herausnehmbaren Akkus lässt sich die Batterie auch zum Laden mitnehmen.
Das gilt übrigens auch für E-Bikes: Hier ist das Laden besonders komfortabel, denn viele Akkus lassen sich aus dem Fahrrad herausnehmen und in der Wohnung laden.
Wie sicher sind elektrische
Fahrzeuge?
Grundsätzlich sind moderne elektrische Fahrzeuge sehr sicher. Ihre Akkus verfügen über ein Batteriemanagementsystem (BMS). Dieses überwacht unter anderem Spannung, Temperatur und Ladezustand und kann bei Problemen den Ladevorgang begrenzen oder unterbrechen.
Trotzdem ist ein Akku kein völlig risikofreies Bauteil. Besonders beim Laden sollte man aufmerksam sein. Beschädigte Akkus, Ladegeräte oder Kabel sollten nicht weiter benutzt werden. Auffälligkeiten wie starke Erwärmung, Verformungen, ungewöhnliche Gerüche oder Beschädigungen sind Warnzeichen.
Beim E-Auto lohnt sich ein schonender Umgang. Ständiges Laden auf 100 Prozent und häufiges Schnellladen können die Batterie stärker beanspruchen. Für den Alltag ist bei vielen Fahrzeugen ein niedrigerer Ladebereich sinnvoll; die konkrete Empfehlung des Herstellers sollte beachtet werden. Extreme Temperaturen sind ebenfalls ungünstig.
Was tun, wenn der Akku
unterwegs leer wird?
Der wichtigste Grundsatz lautet: Nicht bis zum letzten Prozent planen! Sinkt die angezeigte Reichweite deutlich unter die noch benötigte Strecke, sollte möglichst früh eine Lademöglichkeit angesteuert werden.
Beim E-Auto helfen Navigationssysteme und Lade-Apps dabei, passende Ladestationen entlang der Strecke zu finden. In Deutschland gibt es inzwischen eine große Zahl öffentlicher Ladepunkte, darunter auch viele Schnelllader.
Wenn das E-Auto tatsächlich liegen bleibt, sollte man nicht versuchen, das Fahrzeug über längere Strecken abzuschleppen oder zu schieben. Je nach Fahrzeug kann dadurch der elektrische Antrieb beziehungsweise die Hochvolttechnik belastet werden. Hier sollte man die Vorgaben des Herstellers beachten und gegebenenfalls einen Pannendienst rufen.