Soll man bis Ende 2026 noch zuschlagen?

von Redaktion

Neue Regeln für Photovoltaikanlagen geplant

Wer noch 2026 eine PV-Anlage installiert, kann sich die bisherige Einspeisevergütung für 20 Jahre sichern. Ab 2027 sollen neue Regeln gelten. Lohnt es sich deshalb, jetzt schnell zu handeln?

Die Bundesregierung plant eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Für kleine Anlagen unter 25 Kilowatt Peakleistung soll es ab 1. Januar 2027 keine dauerhafte Förderung mehr geben. Stattdessen ist für neu installierte Anlagen zunächst drei Jahre lang eine Übergangszahlung von rund 5,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde vorgesehen. Danach soll überschüssiger Strom direkt vermarktet und zum jeweiligen Börsenstrompreis vergütet werden. Aktuell erhalten Betreiber kleiner Anlagen bei Teileinspeisung bis zu 7,7 Cent je Kilowattstunde – garantiert über 20 Jahre. Allerdings muss der Gesetzentwurf noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen.

Wer ohnehin eine PV-Anlage plant, hat deshalb einen Anreiz, sie noch 2026 in Betrieb zu nehmen, sagt Robin Knies von der Stiftung Warentest. So lässt sich die bisherige Vergütung sichern. Ein späterer Wechsel in die Direktvermarktung soll trotzdem möglich bleiben. Umgekehrt könnten Betreiber einer ab 2027 installierten Anlage nicht mehr ins alte Vergütungsmodell wechseln. Von einer überhasteten Entscheidung raten Experten dennoch ab. Eine schlecht geplante Anlage könne wirtschaftlich stärker schaden, als die garantierte Einspeisevergütung nütze. Entscheidend sind unter anderem Dachausrichtung, Stromverbrauch und Speichergröße.

Benjamin Weigl von Finanztip empfiehlt, mindestens drei, besser fünf Angebote einzuholen. Als Faustregel sollte eine Solaranlage höchstens 1.600 Euro pro Kilowatt Peakleistung kosten, ein Batteriespeicher höchstens 600 Euro pro Kilowattstunde. Bei der künftig wichtigeren Direktvermarktung wird der Solarstrom über einen Dienstleister an der Strombörse verkauft. Der Erlös schwankt mit Angebot und Nachfrage. Wer Strom mithilfe eines Speichers gezielt zu nachfragestarken Zeiten einspeist, kann höhere Preise erzielen. Allerdings ist das Verfahren für private Betreiber bislang technisch und vertraglich komplex; außerdem fallen Kosten für den Direktvermarkter an.

Auch ab 2027 können kleine PV-Anlagen attraktiv bleiben – vor allem bei hohem Eigenverbrauch. Selbst erzeugter Strom kostet laut Weigl über 20 Jahre gerechnet oft rund zehn Cent pro Kilowattstunde, Haushaltsstrom dagegen mindestens 25 bis 30 Cent. Besonders interessant sind Anlagen daher für Haushalte mit Wärmepumpe, Klimaanlage oder E-Auto. Balkonkraftwerke sind von den geplanten Änderungen nicht betroffen. Dpa

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