Sanierung zeitlich abstimmen

von Redaktion

Studie zeigt größtes Schadensrisiko bei Maßnahmen im Bestand

Energieeffiziente Häuser sind auf dem Vormarsch. Deren Ausstattung ist längst nicht nur ein Vorteil für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel: Neben Energieersparnissen steigt auch der Wert der Immobilie. Nicht zufällig wollen deshalb viele Eigentümer auch ihren Bestand modernisieren. Allerdings ist dies oft deutlich aufwendiger als beim Neubau – und häufig auch mit bestimmten Risiken verbunden. Eine Kurzstudie des Bauherren-Schutzbundes (BSB) beleuchtet nun die zehn häufigsten Fehler und Schadensrisiken bei der nachhaltigen Bestandssanierung.

Bei näherer Betrachtung der Studie wird ein Hauptaspekt deutlich, der das Schadensrisiko erhöht: die falsche zeitliche Planung verschiedener Sanierungsmaßnahmen. So wurden etwa in einem Haus aus den 1930er Jahren zunächst die alten Fenster gegen moderne dreifach verglaste Fenster ausgetauscht. Die geplante Fassadendämmung sollte erst Jahre später erfolgen. In einer unbeheizten Speisekammer wurde anschließend aufgrund veränderter Temperatur- und Feuchteverhältnisse großflächiger Schimmel festgestellt. Einen ähnlichen Fehler beschreibt die Studie bei Dämmungsarbeiten im Bestand.

Bei einer Sanierung wurden Dach, zweischalige Außenwände (Hohlraumdämmung) und Fenster verbessert. Kellerdecke, Sockel und Kelleraußenwände blieben jedoch ungedämmt. Die Folge: In einer Küche im Hochparterre wurde später Schimmel entdeckt. Doch nicht nur Pilzbewuchs kann als negative Konsequenz aufgrund schlecht getimter Sanierungsmaßnahmen auftreten. So beschreibt die Studie einen Fall, bei dem in einem unsanierten Einfamilienhaus eine Wärmepumpe eingebaut wurde. Sanierungsschritte an Gebäudehülle und Fenstern wurden auf später verschoben – ein Fehler, dessen Auswirkung sich in deutlich gestiegenen Heizkosten zeigte. Denn die Wärmepumpe war für einen besseren Gebäudezustand ausgelegt. In der ersten Heizperiode wurden Räume nicht ausreichend warm und so lag der Verbrauch deutlich über den Erwartungen.

Eine falsche zeitliche Planung kann auch bei Förderungen negative Folgen nach sich ziehen – bis zum Ausfall der finanziellen Unterstützung. So wurde der Studie zufolge bei einem geförderten Fenstertausch der Projektnachweis erst nach Fristablauf eingereicht. Die Konsequenz: Der Zuschuss in Höhe von 4.500 Euro entfiel für die geplante Sanierungsmaßnahme komplett.

Christoph Kastenbauer

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