Mit dem Blick fürs Ganze

von Redaktion

An der TH Rosenheim startet im Sommersemester 2023 der neue Masterstudiengang Versorgungsforschung und -management. Er ist auf die soziodemografischen Veränderungen, die sozialen Entwicklungen in der Gesellschaft und den steten technischen Fortschritt in der Gesundheitsversorgung ausgerichtet.

Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind enorm: Der demografische Wandel verändert die Alterspyramide, die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen steigt und der Finanzierungsdruck nimmt zu. Lösungsmöglichkeiten bietet vor allem der technische Fortschritt, der besonders von der zunehmenden Digitalisierung getrieben wird.

Digitale Lösungen helfen im Alltag

Administrative Abläufe können optimiert werden, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten verbessern sich, Assistenzsysteme erleichtern Diagnostik, Therapie und Pflege sowie präventive Maßnahmen können mittels digitaler Lösungen gezielter eingesetzt werden. Aber auch die Personen- bzw. Patientenorientierung, die Entscheidungsfindung gemeinsam mit den Betroffenen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit – sowohl innerhalb einer Einrichtung als auch entlang des gesamten Versorgungsprozesses – sind wichtige Elemente einer qualitätsvollen Versorgung.

Allrounder mit breitem Verständnis

Vor diesem Hintergrund hat die TH Rosenheim den Studiengang Versorgungsforschung und -management konzipiert. „Wir bilden sozusagen Allrounder aus, die ein Verständnis von den Zusammenhängen im Gesundheitswesen haben“, erläutert Studiengangsleiterin Prof. Dr. Birgit Prodinger.

Um innovative Lösungsansätze zu entwickeln, zu implementieren und zu evaluieren sowie den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung zu begegnen, seien umfassende Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen und unterschiedlichen Akteure im Gesundheitssystem notwendig. Es gebe einen großen Bedarf an Fachkräften, die aus verschiedenen Blickwinkeln heraus arbeiten können.

„Ärztliche, pflegerische und therapeutische Leistungen stehen nicht alleine für sich, sie sind eingebettet in komplexe Strukturen und Prozesse“, erläutert Prodinger. Die Digitalisierung biete vielfältige neue Möglichkeiten, doch müsse man für eine erfolgreiche Gestaltung das notwendige Fachwissen der unterschiedlichen Disziplinen vereinen.

„Die Studierenden bringen unterschiedliches Vorwissen mit und ergänzen sich in der gemeinsamen Projektarbeit gegenseitig. Manche Studierende haben Kompetenzen zum Beispiel bei der Befundung und bei Therapiemethoden, andere kennen sich im Bereich der Finanzierung und Vergütung von Gesundheitsleistungen aus“, so die Professorin für Rehabilitationsmanagement.

Interprofessioneller Austausch wichtig

Die Stärke des Studiengangs sei, durch den interprofessionellen Austausch für die jeweils unterschiedliche Sichtweise zu sensibilisieren, diese zu reflektieren, zu analysieren und für Entscheidungen zu nutzen. Dafür werden den Studierenden auch methodische Kompetenzen im Forschungs- und Projektmanagement vermittelt. Ebenso bekommen sie Einblicke in laufende Forschungsprojekte der Hochschule.

Zusammenarbeit in Projektteams

Im ersten Semester des Masterstudiengangs gibt es einen Ideenworkshop, bei dem verschiedene Praxispartner aus der Region Problemstellungen thematisieren. Diese bearbeiten die Studierenden während ihres Studiums in interdisziplinären Projektteams. „Wir erreichen dadurch einen hohen Praxisbezug mit einer spannenden Kombination aus Forschung, Management und dem Alltag in der Gesundheitsversorgung“, sagt Prodinger. Auch die abschließende Masterarbeit könne sich mit dem entsprechenden Thema befassen.

Eine Bewerbung für den Studiengang ist vom 15. November bis 15. Januar möglich. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der TH Rosenheim unter www.th-rosenheim.de im Bereich „Studium und Weiterbildung“.

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