Frauenpower ist gefragt

von Redaktion

Hinter den meisten Start-ups stehen Männer. Dieser Satz gilt nach wie vor, doch immer mehr Frauen wagen den Sprung in die Selbstständigkeit. Um diese Entwicklung im Hochschulumfeld zu fördern, gibt es das Programm EXIST-Women der Bundesregierung. Auch die TH Rosenheim ist dabei.

„Wir wollen Frauen unterstützen, den Schritt Richtung Unternehmensgründung zu gehen. Bis dato ist nur jede vierte Gründung mit Frauenbeteiligung an der TH Rosenheim. Da ist auf alle Fälle noch Luft nach oben“, konstatiert Julia Scharrer. Sie ist Gründungsberaterin im ROCkET, dem Gründungszentrum an der Technischen Hochschule Rosenheim. Die Abkürzung steht für „Rosenheim Center for Entrepreneurship“.

Breites Angebot zum
Thema Gründen

Im ROCkET geht es nach dem Motto „Wir bringen Ideen zum Fliegen“ darum, die Gründungskultur an der Hochschule anzuregen und zu stärken. Über ein breites Angebot in den Bereichen Ideen- und Innovationsentwicklung, Vernetzung, Selbstständigkeit und Unternehmensgründung sollen Hochschulmitglieder zu unternehmerischem Denken und Handeln motiviert und befähigt werden – von der Ideengenerierung und dem ersten Ideentest über die Weiterentwicklung bis hin zur Gründung.

Start-up-Förderung
für zehn Frauen

Das Programm EXIST-Women läuft an der Technischen Hochschule Rosenheim unter dem Titel „ROCkETempowers“. Zehn gründungsinteressierte Frauen erhalten über den Zeitraum von einem Jahr ein intensives Qualifizierungsprogramm. „Mit ROCkETempowers bieten wir ein unterstützendes Umfeld und Netzwerk für unsere angehenden Gründerinnen, damit sie ihre Ideen erfolgreich weiterentwickeln können“, sagt Scharrer.

Konkret bekommen die Teilnehmerinnen finanzielle Unterstützung durch ein Stipendium und eine Sachmittelpauschale. Ein individuelles Coaching gehört ebenso zum Programm wie die Möglichkeit, das Gründungsnetzwerk der TH Rosenheim und des übergreifenden EXIST-Women-Angebots zu nutzen. Außerdem werden die Frauen über das Jahr hinweg von erfahrenen Mentorinnen der Hochschule und aus der regionalen Wirtschaft begleitet.

Chiara Nader ist eine der Teilnehmerinnen, die sich mit dem Gedanken an eine spätere Selbstständigkeit trägt. Sie absolviert den Masterstudiengang Versorgungsforschung und -management an der Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften der Hochschule. „Ich war bei einem ROCkET-Ideencamp dabei, das hat viel Spaß gemacht und mich ermutigt, mich für das Programm ROCkETempowers zu bewerben“, blickt Nader zurück. Sie überlegt, sich später mit einer physiotherapeutischen Praxis speziell für die Behandlung von Kindern auf eigene Füße zu stellen.

Unkomplizierte
Bewerbung

Ebenfalls im Gesundheitsbereich ist Caren Horstmannshoff als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Zentrum für Forschung, Entwicklung und Transfer an der Hochschule tätig. „Ich fand es toll, dass die Bewerbung so unkompliziert möglich war. Da war es nicht schwierig, sich einen Ruck zu geben“, sagt Horstmannshoff. Die vielseitige Förderung durch das ROCkET sei sehr hilfreich, um der eigenen Gründungsidee im Bereich Agiles Projektmanagement Raum zu geben.

Große Begeisterung
und Ideenvielfalt

Emma Graupner, Masterstudentin International Management, sieht das Thema Gründen als Herzensangelegenheit. „Ich habe schon in der Schule viel organisiert und auf die Beine gestellt. Entrepreneurship interessiert mich sehr, ich habe auch meine Bachelorarbeit darüber geschrieben.“ Für sie war es keine Frage, sich für das Programm zu bewerben, zumal sie regelmäßig Veranstaltungen des Gründungszentrums besucht.

Gründungsberaterin Julia Scharrer wertet das Programm schon jetzt als Erfolg. „Es ist toll, zu sehen, mit welcher Begeisterung und Ideenvielfalt die Teilnehmerinnen dabei sind. Sie zeigen, dass sich Hindernisse meistern lassen – insbesondere diejenigen, die nur im eigenen Denken existieren.“

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