Generalisten für Gebäude

von Redaktion

Die Immobilienwirtschaft bietet vielfältige Karrierechancen. Besonders gefragt sind Fachkräfte, die das große Ganze im Blick haben. Vor diesem Hintergrund startet an der TH Rosenheim zum Wintersemester 2024/25 der neue Studiengang Immobilien- und Facility-Management. Ein Interview mit Studiengangsleiter Professor Rudolf Hiendl.

Herr Hiendl, was macht man denn als Immobilienmanager?

Allgemein gesagt beschäftigt sich das Immobilienmanagement mit dem An- und Verkauf sowie der Planung, Bewertung, Vermarktung, Organisation und Verwaltung von Immobilien. Als Immobilienmanager kümmert man sich um die administrativen, finanziellen und technischen Angelegenheiten eines Gebäudes beziehungsweise einer Immobilie. Das Arbeitsgebiet ist breit gefächert und reicht von der Liegenschaftsbewertung über die Finanzierungsentwicklung bis hin zur technischen Instandhaltung. Außerdem entwickelt man neue Immobilienprojekte und ist in Standortanalysen involviert.

Der neue Studiengang umfasst auch Inhalte aus dem Facility Management. Was heißt das konkret?

Oft wird Facility Management fälschlicherweise mit klassischen Hausmeistertätigkeiten gleichgesetzt. Das ist eine sehr verkürzte Sichtweise. Die Herausforderungen, die im Betreiben von modernen Bürogebäuden und Immobilienkomplexen liegen, sind gewaltig. Facility Manager sind die Fachleute für die effiziente Nutzung und Bewirtschaftung von komplexen Anlagen. Wir bilden mit dem neuen Studiengang sozusagen Generalisten für Gebäude aus, die ein umfassendes Verständnis der Zusammenhänge haben.

Was macht den Studiengang an der TH Rosenheim besonders?

Die Studierenden werden stark davon profitieren, dass wir die verschiedenen Fachdisziplinen durch das Studienangebot an unserer Hochschule abdecken. Ob beispielsweise Architektur, Betriebswirtschaft oder Gebäudetechnologie – wir bieten das Rundum-Paket. Bis zu ihrem Abschluss werden die Studierenden somit viel Kontakt zu Studentinnen und Studenten aus anderen Studiengängen haben. Auch das macht den Reiz aus.

Welche Voraussetzungen sollte man für das Studium mitbringen?

Zunächst einmal Interesse an der Immobilienwirtschaft. Unternehmerisches Denken ist wichtig mit Blick auf die finanziellen Aspekte. Interesse an Technik sollte ebenfalls vorhanden sein, da es im Studium auch um den Bau und den Betrieb von Gebäuden geht. Außerdem sind analytisches Denken und kommunikative Fähigkeiten gefragt, wenn man zum Beispiel ans Projektmanagement denkt.

Gibt es Themen, die sich durch den gesamten Studiengang ziehen?

In der Tat. Nachhaltigkeit und Digitalisierung haben große Bedeutung und werden in nahezu allen Modulen thematisiert. Bei der Nachhaltigkeit gibt es verschiedene Aspekte. Zum einen das nachhaltige Bauen von Gebäuden, zum anderen hat Nachhaltigkeit auch einen sozialen Aspekt. Die Frage lautet: Wie schafft man es, dass ausreichender Wohnraum für alle bezahlbar zur Verfügung steht? Es ist interessant, sich einmal mit den Problemstellungen des sozialen Wohnungsbaus zu beschäftigen. Natürlich muss sich der Bau neuer Gebäude rechnen. Dabei müssen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit aber keine Gegenpole sein. Die Digitalisierung wiederum bietet in der Immobilienbranche und speziell im Immobilienmanagement viel Potenzial, das wir ausführlich beleuchten.

Wie sieht es mit der Praxis im Studiengang aus?

Das ist ein zentrales Thema. Bei der Konzeption des Studiengangs haben wir eng mit externen Partnern gearbeitet, um die Inhalte bestmöglich auf die Bedarfe der Wirtschaft abzustimmen. Während des Studiums werden die Studierenden in Projekte eingebunden und ein Semester in einem Unternehmen arbeiten. So sammeln sie wertvolle Erfahrungen für ihr Berufsleben.

Soll es denn auch einen Masterstudiengang geben, den man nach dem Bachelor anhängen kann?

Ja, das ist angedacht. Wir wollen den künftigen Absolventinnen und Absolventen diese Perspektive geben.

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