Werkstoffe und Daten

von Redaktion

Die TH Rosenheim baut ihr Studienangebot weiter aus: Zum kommenden Wintersemester starten die neuen Bachelorstudiengänge Materials Engineering und Data Analytics & Statistical Learning. Beide bilden Fachkräfte für wichtige Zukunftsthemen aus.

Die Werkstofftechnik gilt als eine der Königsdisziplinen der Ingenieurwissenschaften. Ein erheblicher Teil des Bruttosozialproduktes in westlichen Industrienationen lässt sich auf die Entwicklung neuer Materialien zurückführen. Vor allem bei Megatrends wie Mobilität, Energie, Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Kommunikation führt an neuen Materialien und Werkstoffen kein Weg vorbei.

Materialwissenschaft mit langer Tradition

An der TH Rosenheim hat die Materialwissenschaft eine lange Geschichte. Ausgehend vom Werkstoff Holz gibt es in einer Reihe von Fachrichtungen umfassende Forschung und Lehre zu unterschiedlichen und innovativen Materialien. Der Studiengang Materials Engineering bündelt die vielfältigen Kompetenzen der Hochschule in diesem Bereich. Geleitet wird er von Professorin Dr. Amber Schneeweis, einer international renommierten Spezialistin für Materialwissenschaft und -technik. Die US-Amerikanerin wechselte im Herbst 2023 aus ihrem Heimatland an die TH Rosenheim und übernahm hier im Rahmen der Hightech Agenda Bayern eine Spitzenprofessur.

Grundbausteine für Innovation

„Werkstoffe sind die Grundbausteine für Innovation. Ohne die kontinuierliche Forschung und Entwicklung in der Materialwissenschaft wären viele moderne Errungenschaften, die unser tägliches Leben prägen, undenkbar“, betont Schneeweis.

Von superfesten und zugleich leichten Verbundwerkstoffen, die in der Luft- und Raumfahrttechnik sowie in Sportgeräten eingesetzt werden, über die fortschrittlichen Keramikmaterialien in medizinischen Implantaten und Consumer-Elektronik bis hin zu innovativen Materialien, die die Automobil- und Baubranche verändern: Ingenieurinnen und Ingenieure, die gut mit Werkstoffen umgehen können, gestalten die Zukunft mit. Im Studiengang geht es beispielsweise um Metalle und Legierungen, Keramik und Glas sowie Kunststoffe und Verbundwerkstoffe.

„Uns beschäftigen bei der Entwicklung neuer Werkstoffe wichtige Aspekte wie etwa die Verfügbarkeit von Rohstoffen, der Energieverbrauch bei der Herstellung und die Möglichkeit der Wiederverwertung“, erläutert die Expertin. Ihren Worten nach braucht man für den Studiengang Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften, eine „Hands-on-Mentalität“ und vor allem Neugier. „Wer sich dafür interessiert, was die Welt zusammenhält und wie sie erst durch moderne Werkstoffe möglich wird, für den ist Materials Engineering genau richtig“, so Professorin Schneeweis.

Studiengang für Daten-Profis

Der ebenfalls neue Studiengang Data Analytics & Statistical Learning richtet sich an Interessierte, die sich im Studium und später im Beruf intensiv mit Mathematik beschäftigen wollen. Inhaltlich gleicht er in weiten Teilen dem renommierten Studiengang Wirtschaftsmathematik-Aktuarwissenschaften. Während dieser auf das Berufsprofil in der Versicherungswirtschaft ausgerichtet ist, haben Studierende bei Data Analytics & Statistical Learning eine breite Wahlmöglichkeit hinsichtlich ihrer Spezialisierung.

Große Auswahl für Spezialisierung

„Unternehmen und Institutionen produzieren eine ungeheure Menge an Daten. Es braucht Spezialistinnen und Spezialisten, die mit diesen Daten umgehen können und gewinnbringende Erkenntnisse daraus ableiten“, erklärt Studiengangsleiter Professor Dr. André Herzwurm. Gerade mit Blick auf die Künstliche Intelligenz seien solche Fachkräfte im Arbeitsmarkt sehr gefragt.

Etwa 75 Prozent der Inhalte des Studiums liegen schwerpunktmäßig in den Bereichen Mathematik und Statistik. Die restlichen 25 Prozent können die Studierenden nach eigenem Interesse gestalten. „Sie können sich entweder breit aufstellen oder sich auf einen Bereich spezialisieren, das bleibt ihnen ganz selbst überlassen“, so Herzwurm.

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