„Wir wollen herausfinden, wie sich Kommunikation, Entscheidungen und die Verteilung von Verantwortung verändern“, sagt Professorin Dr. Carolin Fleischmann von der Fakultät für Betriebswirtschaft. Sie leitet das Forschungsprojekt „KI als Teammitglied“ an der Hochschule.
Zwischen Begeisterung und
Überforderung
Rollen, Erwartungen und Dynamiken im Miteinander wandeln sich. Das ruft innerhalb eines Teams unterschiedliche Reaktionen hervor. Während die einen begeistert sind, warnen andere vor Kontrollverlust und Überforderung. Fest steht: „Kollegin KI“ ist gekommen, um zu bleiben.
KI entlastet Menschen von
Routineaufgaben
Besonders bei Routineaufgaben zeigt KI schnell Wirkung. Zahlreiche Aufgaben, die bislang Zeit kosteten und wenig Freude bereiteten, lassen sich automatisieren. Dazu gehören Protokolle, Terminabstimmungen oder die Aufbereitung von Dokumenten und Daten. „Dadurch gewinnen die Menschen mehr Raum für kreative und inhaltliche Arbeit“, erläutert Fleischmann. In der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt kann die Automatisierung von Routineaufgaben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten.
Vor allem in internationalen Projekten bringt KI Menschen näher zusammen. Echtzeit-Übersetzungen ermöglichen Gespräche zwischen Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern. Missverständnisse werden seltener, Diskussionen effizienter, die Gespräche inklusiver. „KI-gestützte Tools können kulturelle Unterschiede überbrücken und die Zusammenarbeit in internationalen Teams erfolgreicher machen“, betont Fleischmann. Gleichzeitig zeigt sich, dass in manchen Ländern, zum Beispiel in den USA, KI-Tools deutlich häufiger genutzt werden als in anderen Ländern.
Unterschiede zwischen
Männern und Frauen
Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich Unterschiede. Männer nutzen KI tendenziell intensiver beziehungsweise häufiger und können im Vergleich zu Frauen größere Leistungssteigerungen realisieren. „Wieso das so ist, müssen wir uns anschauen. Wenn solche Unterschiede aber bestehen bleiben, droht eine neue digitale Kluft – und das wäre fatal für eine gerechte und produktive Arbeitswelt“, erklärt Emma Graupner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Chiemgau. Sie untersucht als Doktorandin, wie KI die Teamzusammenarbeit im beruflichen Kontext verändert.
Konkrete Tipps für die
praktische Umsetzung
Neben neuen Erkenntnissen liefert das Forschungsteam konkrete Anregungen. „In der Lehre setzen wir auf den Ausbau von KI-Kompetenz und sozialen Fähigkeiten, um die Studierenden auf die künftige Arbeitswelt vorzubereiten“, erläutert Graupner. Für eine sinnvolle Integration von KI in Unternehmen hat Professorin Fleischmann drei Tipps: „Erstens, Freiheit zum Ausprobieren geben, zum Beispiel mit Pilotprojekten in kleinen Teams. Zweitens, klare Ziele für den KI-Einsatz definieren und die Mitarbeitenden früh einbinden. Drittens, Schulungen anbieten, Erfahrungen teilen und aus Fehlern lernen.“