Josef Simon Lausch (53), Tattenhausen, Freie Wähler.
Wenn man bedenkt, dass wir, erdgeschichtlich gesehen, in den letzten 130 Jahren blitzartig große Mengen an fossiler Energie freigeben, ist die Klimaerwärmung durchaus nachzuvollziehen. Andererseits hat es Wetterkapriolen zu allen Zeiten schon gegeben, die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte.
Ich persönlich bin seit 2007 ein Fan von CO2-neutraler Energieproduktion, da mir schon damals klar war, dass fossile Energie endlich ist und Kernkraft keine Mehrheiten mehr finden wird. Daher stellte ich gemeinsam mit einem nachbarlichen Betrieb meine Landwirtschaft auf die Erzeugung von Biogas um.
Bei sinnvoller Konzeption, kurzen Transportwegen und der Nutzung der Abwärme ergibt eine eingesetzte Kilowattstunde (kw/h) 3,5 bis 4 kw/h Ertrag. Wir versorgen mit rund 45 Hektar Anbaufläche etwa 180 Vier-Personen-Haushalte mit elektrischer Energie. Zusätzlich beliefern wir noch vier Häuser mit Wärme, sodass seit 2007 rund 150000 Liter Heizöl gespart beziehungsweise 397500 Kilogramm CO2 vermieden wurden.
Zudem betreibe ich seit 2010 eine Photovoltaik-Eigenstromanlage auf dem Hausdach. Grund für die relativ großen Investitionen waren die Anreize, die das EEG 2004/09 hatte, und vor allem war meine unternehmerische Entscheidung rein freiwillig. Dies ist ein großer Unterschied zum aktuell viel diskutierten Gebäudeenergiegesetz, das mit kurzfristigen und zum Teil unsinnigen Verboten (Heizen mit Holz) Unmut in der Bevölkerung erzeugte. Auch dass dieses GEG sehr kurzfristig durch das Parlament gedrückt werden sollte, erhöht nicht das Vertrauen in die Sachkompetenz der Ampel. Dies sah sogar das Bundesverfassungsgericht so.
Ich habe Freude an den erneuerbaren Energien, es ist mein Beruf und Berufung! Mir ist aber klar, dass wir als Freistaat Bayern nur einen verschwindend kleinen Teil zum Klimawandel beitragen, so werden wir diesen auch nicht allein verhindern können. Allenfalls eine vernünftige, wirtschaftlich sinnvolle und zielführende Energiepolitik, wie sie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger praktiziert, könnte zum Vorbild für andere in der Welt werden, die wesentlich mehr zur Klimaerwärmung beitragen.