Martin Bauhof (40), Bruckmühl, Die Linke.
Ich habe vor zwei Jahren selbst erlebt, was es heißt, wenn ein kleiner Bach zum Sturzbach wird. Bereits zum zweiten Mal in zehn Jahren stand das Gemüse meines Schwiegervaters unter Wasser, und der gute Boden lag samt frisch gepflanzter Salate bei den Nachbarn im Keller. Und das war ziemlich sicher erst der Anfang, wir werden uns in Zukunft auf deutlich heftigere Wetter-Extreme einstellen müssen.
Um dem in Zukunft gut begegnen zu können, brauchen wir eine widerstandsfähige Natur. Unter Bäumen ist es feuchter; höheres Gras hält den Boden kühler; vielfältigere Wiesen können Wetter-Schwankungen besser abfedern. Es braucht von der Bayerischen Staatsregierung klare Vorgaben für deutlich mehr Artenvielfalt.
Und auch in den Städten braucht es einen Umbau. Bäume, offener Boden und Grasflächen kühlen bei Hitze und können Starkregen deutlich besser aufnehmen als Betonflächen, Asphaltwüsten und Blechkolonnen.
Im Kampf gegen die Klimaerhitzung muss Bayern eine Vorbildfunktion einnehmen. Statt abzuwägen zwischen halbherzigem Klimaschutz und Erhalt des Status quo müssen wir die weitreichendsten Maßnahmen umsetzen. Und gleichzeitig sicherstellen, dass niemand auf der Strecke bleibt. Das wird kurzfristig Geld kosten, aber Bayern ist eine der reichsten Regionen der Welt. Ich finde, das können wir uns leisten.