Jedes Jahr 350 Millionen zu wenig für Investitionen

von Redaktion

Sepp Parzinger (30), Bergen, SPD.

Gesundheitsfürsorge sollte als grundlegendes Menschenrecht betrachtet werden und darf nicht den Mechanismen der Profitmaximierung unterliegen. Das Gesundheitssystem muss so gestaltet werden, dass es sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht an finanziellen Erfolgen.

Krankenhäuser sollten daher auch in öffentlicher Hand sein, wie es bei unseren Kliniken im Landkreis der Fall ist und auch langfristig bleiben. Leider sind die Kliniken flächendeckend finanziell massiv unter Druck. Hier hat die Landesregierung ihren Anteil, die jährlich rund 350 Millionen Euro an Investitionskosten für die bayerischen Kliniken zu wenig zur Verfügung stellt, was wir als SPD dringend ändern wollen.

Aber auch das grundsätzliche Finanzierungssystem auf der Bundesebene ist unpassend, sodass eine Reform notwendig war. 

Kompetenzzentren für kostspielige und komplexe Eingriffe

In diesem Kontext ist die Krankenhausreform von Gesundheitsminister Lauterbach ein erster Schritt. Kompetenzzentren für kostspielige und komplexe Eingriffe verbessern die Sicherheit und Qualität.

Allerdings darf dies nicht auf Kosten unserer Grundversorgung gehen. Es kann nicht sein, dass das nächste Krankenhaus im Falle eines gebrochenen Beins eine Fahrstunde entfernt ist.

Grundversorgung bezieht sich allerdings auch auf Medikamente. Die Tatsache, dass selbst grundlegende Medikamente wie Kinder-Fiebersaft und Ibuprofen aufgrund von Lieferkettenproblemen nicht verfügbar waren, zeigt die Grenzen der Globalisierung.

Hier kommen regional ansässige Unternehmen ins Spiel. Der Staat sollte Pharmahersteller und -lieferanten durch Förderprogramme dazu anregen, die Produktion von lebenswichtigen Medikamenten vor Ort wieder aufzunehmen. Parallel dazu sollten wir Lager für die medizinische Grundversorgung einrichten.

Der demografische Wandel wird Situation noch verschlechtern

Darüber hinaus besteht dringender Handlungsbedarf, die Bedingungen für die Arbeitskräfte in der Pflege zu verbessern. Der demografische Wandel stellt uns vor die Herausforderung, dass wir in Zukunft noch deutlich mehr Pflegepersonal brauchen werden, das jetzt schon an allen Ecken fehlt.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Reduzierung der Arbeitsbelastung sind hierbei der Schlüssel. Zu viele Fachkräfte haben in den letzten Jahren das Gesundheitswesen verlassen. Als Arbeiterpartei setzen wir uns für gute Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen ein. So wird es auch gelingen, dass wir wieder genügend Leute für diese tollen Berufe begeistern können. 

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